Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Das Gesetz der Heiligkeit und Liebe
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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153 Seele scheußlich machen", denn das Gebot lautet: ״Sei heilig in Deinem Körper." Die Befolgung dieser Gesetze scheinen die Rabbiner als ein besonderes Vorrecht von Israel betrachtet zu haben, da sie den großen Unterschied zwischen Israel und den ״Noachiden"*) kennzeichneten.- In der Verletzung dieser Gesetze aber sahen sie die offene Tür, die zum Götzendienst führt: in einem Wort, zu einem tieferen Grad von Unreinheit?) Die Seele nimmt ferner Schaden — d. h. sie wird unrein — nach den Rabbinen, durch irgend eine ekelerregende Handlung, so z. B. wenn man von unreinen Tellern ißt, oder wenn man die Nahrung mit schmutzigen Händen berührt?) Jede Handlung, die auf andere einen widerwärtigen Eindruck macht, wird unter die verborgenen Sünden gerechnet, die ״Gott richten wird"׳/) aber wer sich sorgfältig von gemeinen und abstoßenden Dingen fernhält, dem wird eine besondere Heiligkeit zuteil, die feine Seele reinigt um des Heiligen Willen; wie geschrieben steht: ״Ihr sollt Euch heiligen." °) Endlich haben wir hier jene Ansicht zu verzeichnen, die den Begriff der Unreinheit auf jede Verletzung des biblischen Gesetzes ausdehnt. 1) Vgl. Exod Rab., 30, 9 u. das. 31, 9. Vgl. Tanch-, III, 14b u. vgl. auch Pseudo-Jonathan zu Lev. 20, 7. 2) Dies scheint mir die Bedeutung der Worte in Derek Erez Zuta, Kap. 3תהלת טומאות ©תה. Vgl. Sifra, 57 b. ואם טמאים אתם בהם סופכם ליטמא בם u. »gi.8 ראב״ד• St. Die andere dort gegebene Erklärung legt nahe, daß unsere Stelle eine Parallele zu derjenigen sei, die oben in der Note aus dem D. E. Z. zitiert wurde. Vielleicht muß man in Sifra lesen: ליממא Q2DD בע״ז. S) Vgl. Makkoth, 16b u. Maimonides ה׳ מאכלות אסורות. Kap. 17, die letzten 5 Paragraphen. 4) Vgl. Chagigah, 5 a, die Erklärung von Rab. Zu Kohel. 12, 14. 5) Maimonides, das. vgl. Berachoth, 03b, letzte Zeile.