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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 151

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Das Gesetz der Heiligkeit und Liebe
Date
1912-01-01
Page
Seite 151 (sequence 6)
Language
German
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151 dem Ewigen nicht folgen solle. Gemeint sind: Eifersucht (Deut. 6, 5), Rache (Ps. 94, 1), Hochmut (Exod. 15, 21, Ps. 93, 1) und ungewöhnliche Taten. *) Der Prophet Elijah, welcher sagte: ״Ich bin sehr eifervoll gewesen für den Herrn der Heerscharen (1. Könige 19, 10)", und die Anklage gegen Israel sogar wiederholte (das. v. 14), wurde, nach der Aussage der Rabbiner, von Gott verstoßen, der ihm antwortete: ״Du bist immer eifervoll." Er wurde von seinem Posten entferntund Elisa an seine Stelleberufen. ׳) Einefernere, mehrnegative Seitedes Begriffs Heiligkeit wird durch das hebräische Wort Keduschah wiedergegeben, das ursprünglich ״Trennung" und ״Absonderung" bedeutet?) So erläutern die Rabbiner den Vers: ״Heiligt Euch deshalb, und seid heilig, denn ich bin heilig" (Lev. 11, 44) durch die Worte: ״Wie ich abgesondert bin, so seid Ihr abgesondert."^) Die Absonderung Gottes soll aber nicht ein metaphysisches Fernsein bedeuten, sondern einzig ein Sich-fern-halten, Sich-zurück-ziehen von unreinen, entweihten Dingen, die mit Gottes Heiligkeit unvereinbar sind. Ebenso sollte Israel sich von jeglichem Unreinen und Entweihten fernhalten. Unter den unreinen Dingen, die einen weiten Raum einnehmen, stehen an erster Stelle: Abgötterei, Ehebruch und Blutvergießen. Auf diese drei Hauptsünden bezieht sich der Ausdruck Tum'ah (Entweihung) besonders?) Die rabbinische Literatur beschäftigt sich viel mit der zweiten, dem Ehebruch, (der alle geschlechtlichen Vergehen einschließt). So deuten die Rabbiner den Vers ״und Ihr נ) Midrasch Hag—Gadol ed. Schechter, S. 549; vgl. פן־קא דרבינו הקדוש ed. Schönblum, § 34 üt den ״Fünf Gruppen". ף Vgl. Eliahu zuta, S. 187; u. Jalkut Könige, 8 217. Vgl. auch Cant. Rab., I 6; Agadath Schir haschirim, ed. Schechter S. 45. 3) Vgl. Robertson Smith's Religion of the Semites, S. 140, über die Unsicherheit der ursprünglichen Bedeutung des Wortes. 4) Sifra 57b, vgl. das. 86c. 5) Vgl. More Nebuchim, 3, 47. Maimonides' Erklärung wurde zweifellos veranlaßt durch Sifra, 81a (Zu Lev. 16, 16). Vgl. auch Sifre, 113 a, wo von den Töchtern Israels gesagt wird, daß sie קדושות ובהורות sind.

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