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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 149

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Das Gesetz der Heiligkeit und Liebe
Date
1912-01-01
Page
Seite 149 (sequence 4)
Language
German
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149 Liebe, und zu Abraham, der seine Kinder und sein Haus nach ihm so führen will, daß sie (Gen. 18, 19) wahren den Weg des Herrn, spricht Gott: Du hast meinen Beruf erwählt, darum sollst Du auch mir gleich werden, ein Alter an Tagen?") Wie die Nachahmung im praktischen Leben zu Tage treten soll, lehrt folgende Stelle: ״Die Glieder des׳ Hauses Israel sind verpflichtet, barmherzig gegeneinander zu sein, Wohltaten (Mizwah) zu erweisen und Gutes zu tun. Denn der Heilige, gelobt sei er, hat diese Welt nur mit Liebe und Güte geschaffen, und uns kommt es zu, aus den Wegen Gottes zu lernen." So sprach Rabbi Chama b. Chaninah: ״Wandle den Eigenschaften Gottes nach, (oder besser: mache seine Eigenschaften zur Nichtschnür für Dein Verhalten.) Me er die Nackten bekleidet (Gen. 3, 21), so bekleide auch Du sie; wie er die Kranken wartet (Gen. 18, 1), so warte auch Du Kranke; wie er Trauernde tröstet (Gen. 25, 11), so sollst auch Du Trauernde trösten; wie er Tote bestattet (Deut. 34, 5), so sollst auch Du Tote bestatten."-) Wenn Rabbi Judah b. Jlai seinen Unterricht unterbrach, um sich einem Brautzuge anzuschließen, Pflegte er an seine Schüler folgende Worte zu richten: ״Kinder, steht auf, und bezeigt der Braut Eure Achtung (indem Ihr Euch dem Zuge anschließt), denn so finden wir, daß der Heilige, gelobt sei er, Eva im Brautschmuck ihrem Gatten zuführte." * 2 3) Tatsächlich wird behauptet, daß Gott selbst die Gebote hält und seinen Kindern in dieser Hinsicht als Vorbild ') Vgl. Gen. Rab., 58, 9; 2) Sotah. 14a. Der Anfang der Stelle ist aus שאילתות פ׳בראשית genommen. Nach den agadischen Erklärungen war Ahraham in krankem Zustande, als Gott ihm in der Ebene von Mamre erschien. Der in Gen. 25, 11 erwähnte Segen wiederum, dernachAbrahams Tode stattfand, wäre als Trostesbotschaft aufzufassen. 3) Vgl. Aboth de Rabbi Nathan ed. Schechter ,10a. Die Worte, ״und er 'brachte sie dem Adam" (Gen. 2, 23), werden von den Rabbinern so verstanden, daß Gott sich die besondere Mühe nahm, Eva dem Adam im Brautschmuck zuzuführen. Vgl. Gen. Rab 18, 1.

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