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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 148

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Das Gesetz der Heiligkeit und Liebe
Date
1912-01-01
Page
Seite 148 (sequence 3)
Language
German
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— 148 — für die die Keduschah nur eine der Vorstufenbildet; ^) immerhin sind die beiden Begriffe so nahe mit einander derwandt, daß sie in rabbinischen Texten nicht immer auseinander gehalten werden. Trotzdem werde ich in den folgenden Seiten meine Ausführungen unter den beiden Stichworten Keduschah und Chasiduth Vorbringen. Die Keduschah bewegt sich mehr innerhalb der Grenzen des ״Gesetzes", überschreitet sie aber auch gelegentlich. Die Chasiduth hingegen, die nach einer höheren Art von Heiligkeit strebt, ergänzt nicht nur das Gesetz, sondern mildert und verbessert es in gewissem Sinne. Wie wir gesehen haben, ist Heiligkeit, nach Abba Saul, identisch mit der Nachahmung Gottes. Die Art und Weise dieser Nachahmung definiert er folgendermaßen: ״Ich und er, ich will ihm gleich sein. Wie er gnädig und barmherzig ist, so sei Du (Mensch) gnädig und barmherzig." * 2) Die Ausdrücke der Schrift ״in den Wegen Gottes wandeln" (Deut. 11, 22) und ״nach dem Namen Gottes genannt werden" (Joel 3, 5) werden wieder folgendermaßen -ausgelegt: ״Wie Gott gnädig und barmherzig genannt wird, so-sei Du gnädig und barmherzig; wie Gott gerecht genannt wird, so sei Du gerecht; wie Gott heilig genannt wird, so sei Du heilig!" 3 4) Weite/: ״Wie der Himmel stets barmherzig gegen die Bösen ist und ihre Reue annimmt, so seid Ihr barmherzig gegeneinander. Wie er Gaben spendet sowohl denen, die ihn kennen, wie denen, die ihn nicht kennen und seine Gaben nichtverdienen, sosolltJhreinander Gaben spenden."^) ״Der Beruf des Heiligen, gelobt sei er, ist Barmherzigkeit und J) Vgl. Abodah Zarah, 20 b, u. Rabbinowicz, Variae Lectiones z. Stelle. Alle diese Parabeln jedoch (angeführt bei Bacher Agada Tan. II 496 Anm. 5; hinzuzufügen ist Midr. Mischle 15) haben חסידות neben רוה״ק• 2) Mechilta, 37 a u. Sabbath 133b und Parallelstellen. Die Auslegung von Abba Saul gründet sich auf das Wort ואנוהו im Exod. 15, 2, was er teilt in אני וחו; das bedeutet: ״ich (Mensch) und er (Gott)". 3) Sifre, 85 a. Offenbar lesen die Rabbiner in Joel יקרא 4) Seder Eliahu S. 135. Vgl-. Mechilta, 59 a. יי T

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