Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Die Ehre im Talmud
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 77)
- Language
- German
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— 139 י- Raba zunächst ihre Angelegenheit?) Volle Rücksicht auf das Empfindungsleben der Frau bekundet es, in Dingen, die das Außenleben betreffen, in Kleidung usw., ihr das größte Entgegenkommen zu zeigen, möglichst, freien Spielraum zu lassen. Hier wird dem Manne geboten, sich Entbehrungen aufzulegen, das Ersparte der Frau zuzuwenden, Der Gatte, so lautet der Ausspruch, genieße weniger, als seine Verhältnisse gestatten, kleide sich nach seinen Verhältnissen, Frau und Kinder halte er besser, als seine Verhältnisse erlauben. Hierzu die tiefsittliche Begründung: Frau und Kinder hängen Von ihm ab, er von dem, der gesprochen hat, es werde die Welt?)׳ Weil die Frau, schon infolge ihrer Konstitution, leicht zum Mitleid geneigt und zu helfen bereit ist, darum soll ihr bei Wohltätigkeitsveranstaltungen ein Vorzug vor dem Manne zuteil werden?) Andererseits wird auf die idealste Seite ehelicher Gemeinschaft hingewiesen. Die Harmonie der Seelen, gleiches Empfinden und Denken, ist wohl Grundbedingung des ehelichen Lebens, genügt aber nicht, um das Leben zu einem auf die Dauer innigen, vollkommenen zu gestalten. Es muß gegenseitige Achtung hiy- 'zutreten. Da in jenen Zeiten die Frauen in großer Abhängigkeit von den Männern standen, von einer Gleichberechtigung kaum die Rede war. ist die Mahnung an den Gatten um so bedeutungsvoller, der Frau mit Achtung zu begegnen, ja, ihr mehr Ehre zu erweisen, als er für sich in Anspruch nimmt. Kurz lautet der Satz: ״Wer die Frau liebt wie sich selbst, sie ehrt mehrals sich, den Kindern die rechten Wege weist usw. kann sicher sein, daß Friede in seinem Zelte ist?) Ebenso wie sie die Frauenseele kennen, kennen die alten Lehrer die Eigenart dieses schwachen Geschlechtes,. ג) Jebamot 100 a. Die von Rab Nachman der Frau Rab Hunas bei Gericht erwiesene Rücksicht kann für die Ehre der Frau nichtals Beweis angesehen werden. Die Ehre wird ihr als der Frau des Gelehrten zu teil (Schebuot 30b. 2) Chullin 84b. 3) Jebam. 100a. ף Jebamot 62b.