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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 138

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Die Ehre im Talmud
Date
1912-01-01
Page
Seite 138 (sequence 76)
Language
German
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y*,*8 V - 138 — wenn er, durch eigenes Verschulden, von seiner Höhe herabsinkt. ״Sie steigt mit ihm, sinkt nicht mit ihnfl") Ist nün, wie vielfach erwähnt, die Pflicht der Frau, das Haus in Ordnung zu halten, liegt ihr die Erziehung der Kinder ob, muß sie sich, wo es deren bedarf. Ent- Lehrungen auslegen, um dem Streben des Mannes nach Fortbildung nicht hinderlich zu sein; soll sie den Gatten zum Zwecke des Studiums auch außerhalb des Wohnortes ziehen lassen und während der Studienzeit selbst für die Erhaltung des Hauses sorgen; findet sie eine stolze Befriedigung darin, die Gattin eines Talmid- Chacham zu sein, ״reibt sie sich den Schlaf aus den Augen und wartet geduldig, bis der Gatte aus dem Lehrhause kommt;" 2) führt sie die Kinder in das Lehrhaus und pflanzt ihnen Ehrfurcht vor Gott ins Herz: 3) so erwächst dem Manne die ernste Pflicht, der Frau gegenüber nicht nur die nötige Rücksicht walten zu lassen, sondern ihr auch die gebührende Ehre zu erweisen. Bei dem geforderten innigen Verhältnis zwischen den Ehegatten lassen sich genau bestimmte Gesetze und Regeln über die zu erweisenden Ehren nicht aufstellen. Da aber doch nicht immer auf Feingefühl und tiefes Empfinden gerechnet werden kann, haben die Talmudlehrer auch hier eine nicht geringe Zahl von Sätzen aufgestellt, die im allgemeinen als Wegweiser beherzigt zu werden verdienen. Man kann diese Ehrerweisungen in solche einteilen, die sich nach außen geltend machen, wozu auch die Höflichkeit gehört, und in solche, die das Empfinden, das Innenleben der Frau berühren. Zu der; ersteren mag die Weisung gehören, daß man der Frau beim Eintritt in das Haus den Vortritt lasse. Mit gutem Beispiel ging, damit der fromme Abba ChilkiaZ voran. Aus Höflichkeit, oder auch, weil es der Frau peinlich ist, in Gemeinschaft mit Männern im Gerichtssale zu warten; entscheidet b Ketilbot 48a und 61a. Es wird dies aus dem Schriftverse abgeleitet: ״Sie ist die Mutter aller Lebenden. Genes. 3, 20. -) Ketubot 62 a. ׳׳) Berachot 17 a. 4) Taanit 23 b.

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