Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Die Ehre im Talmud
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3111067-3111096-3115683--4115-3115835- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
136 aufgestellt: ״Suche die Verbindung mit Guten."*) Eine Frau geldeshalber heiraten, war verpönt?) Die Ehe soll ״zur Ehre des Gottesnamens" eingegangen werden, der sittliche Gedanke muß das einzige Motiv sein. Nicht nur auf Anständigkeit, auf Vornehmheit der Familien soll gesehen werden, zu diesen gehörten die Gelehrten. ״Man verkaufe alles, um die Tochter oder den Sohn eines Gelehrten seiner Familie zuzuführen. Es soll die edle Rebe sich der Rebe verbinden, nicht die Rebe den: Dornbusch." * 2 3 4 5 6 7 8 * 10) Wer eine würdige Frau heimführt, erhält den Segenskuß des Propheten und ist ein Liebling Gottes?) Wer sich hingegen von der Leidenschaft Hinreißen läßt, nicht auf Achtbarkeit und Vornehmheit der Familie achtet, wird von der eigenen Familie ausgeschlossen, die Nachkommen entfremden sich?) Gott läßt seine schützende Gegenwart (die Schechina) nicht auf seinem Hause ruhen?) Als unumstößlich gilt ferner, daß jedem die Frau nach seinem Verdienst wird?) Es solle sich niemand, dem, nach seiner Ansicht, eine böse Frau geworden, über sein Schicksal beklagen; er sage sich: ich höbe es nicht besser verdient?) Voraussetzung dabei ist, daß ״Gott die Paare paart", darum steht ihm allein auch das Recht des Urteils zu?) Die Schwierigkeit, die zu einander passenden Charaktere zusammenzuführen, ist so groß, wie das ״Spalten des Schilfmeeres"?°) Die Ehre der Frau wird beim Eingehen der Ehe schon dadurch gewahrt, daß der Mann es ist, dem die Pflicht auferlegt wird, um die Frau zu werben, um ihre ף B. batra 109 b. 2) Sota 12 a. 3) Pessachirn 49 a. 4) Sanhed. 32 b. — Traktat derech crez. 5) Ketubot 28 b. 6j Kidduschin 70 a. 7) Sota 2 a. 8) Jebainot 63b. Hat der Mann Verdienste, wird sie ihm Gehilfin, Feindin, wenn er sie nicht hat. 0) M Katan 18b. 10) Sota 2a. .