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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 130

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Die Ehre im Talmud
Date
1912-01-01
Page
Seite 130 (sequence 68)
Language
German
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ISO fordert, eine Forderung, der sich auch die strengen Talmudlehrer anschlossen. Am 15^ Ab und 10 Tischri bestand in uralten Zeiten eine Art Frauenwerben. Bei dieser Gelegenheit riefen die Schönen den werbenden Männern zu: Oeffnet eure Augen, der Schönheit wegen soll die Frau geehelicht werden. Eine besondere Huldigung _ bringt der Talmud der Schönheit in dem Ausspruche .dar: ״Eine schöne Frau ist das Glück des Mannes, seiner Tage Zahl wird doppelt?) Das soll (nach Raschi zur Stelle) bedeuten: Der Besitz einer schönen Frau verschönt dem Manne das Dasein, er freut sich des Lebens, lebt es daher doppelt. Wohl wird an derselben Stelle vor den verführerischen Blicken der Schönen gewarnt, das beeinflußt aber nicht die angegebene Grundanschauung der Talmudlehrer. Das Streben nach Schönheit hatte zur Folge, daß die Frauen der Natur nachzuhelfen suchten, sie sahen sich nach verschiedenen Mitteln um, die notwendig zur Entfaltung von Luxus führen mußten. Jüdische Frauen gaben hierin ihren Schwestern, den Nichtjüdinnen, in nichts nach. Sie legten Schminke auf wie diese, ließen es wie sie an seinen und teuren Stoffen, au Gold- und Silbergeschmeide nicht fehlen, schmückten sich in der Jugend wie im Alter, und die Armen suchten es den Reichen gleichzutun. Der Talmud zählt verschiedene Arten Schminke aus״), die die Töchter Israels, je nach ihren wirtschaftlichen Verhältnissen, gebrauchten. Die Frau Rabbi Chasdais schminkte sich noch als Schwiegermutter, und tat es in Gegenwart der Schwiegertochter?) Als Rabbi Huna dies dem R. Chasdai verwundert vorhielt, antwortete er: Sei versichert, nicht nur deine Mutter, auch deine Großmutter tut dasselbe, hierin sind alt und jung gleich?) Die Talmudlehrer standen dieser Neigung der Frauen nicht nur nicht gleichgültig gegenüber, sie begünstigten sie auch. Daher wurde die Einrichtung, die *) Jebam 63b. 2) Sabb. 80 a. 3) Moed lat. 9b. 4) das.

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