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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 123

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Die Ehre im Talmud
Date
1912-01-01
Page
Seite 123 (sequence 61)
Language
German
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123 bewegten, von ihrer Empfänglichkeit für Themata, tote■ sie damals im Schwange waren, und der warmen Teilnähme, die sie dem Studium der Männer zuwandten. Wenn sie mit ihren Fragen auch auf Einzelheiten eingehen, die ein gutes Verständnis der Sache verraten, darf man sich davon doch nicht täuschen lassen. Diese Fragen müssen nicht die Folgen eingehender Studien sein, sie können nicht nur, sondern sind zumeist aufgelesene Brocken von den Tischen der Gatten, Väter, Dienstherren usw- Immerhin ist beachtenswert, daß nicht nur der herrschende Zeitgeist seinen Einfluß auf die Frauen übte, sie bekundeten ihren Intellekt auch dadurch, daß sie demselben Stoff ihre Aufmerksamkeit zuwandten wie die Männer und auch dieselbe Methode befolgten. Wie die Männer befolgt die gelehrte Beruria die Methode, zwei sich widersprechende Sätze einander gegenüber zu stellen. Bei Gott, so deduziert sie, gilt doch kein Ansehen der Person (durch Zuwenden des Antlitzes) und doch heißt es (Num. 6, 26): Gott wendet dir sein Antlitz zu?) Ebensowenig kann es Anspruch auf Originalität machen, wenn dieselbe Beruria einen Schüler mit scharfen Worten zurechtweist, daß das ״Lernen", wenn es Erfolg haben soll, laut geschehen müsse?) Dagegen ist es ein feiner Spott, wenn sie Rab. Jose d. Galiläer vorwirft, daß er zuviel rede. Deine an mich gerichtete Frage, meint sie, könnte kürzer sein. Ihr haltet doch immer den Frauen überflüssiges Reden vor, nun sprichst du zu viel, noch dazu mit einer Frau, was doch ausdrücklich verboten ist?) Es muß ferner anerkannt werden, daß die Frau, obgleich ihr tiefe Gelehrsamkeit nicht zugesprochen werden kann, jenen religionsgesetzlichen Fragen, die Haus und Küche betreffen, ihre besondere Aufmerksamkeit zuwendet, sowie sie volles Verständnis jenen Lehren entgegenbringt, bei denen Empfindung und Gefühl vorherrschen. Gesetze dieser Art sind den Frauen immer ג) Rosch haschana 17 b. Tossafot das. weisen die Hinfälligkeit׳ der Frage schlagend zurück. '2) Erubin 53 b. 3; das.

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