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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 117

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Die Ehre im Talmud
Date
1912-01-01
Page
Seite 117 (sequence 55)
Language
German
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ZMMMMW *־■י־׳* ^dKMOWWMRWNMWKWMWM^ - 117 — \ Thora die schwersten Strafen gelegt. Der Talmud hat hierzu nicht neue Satzungen geschaffen und sich darauf beschränkt, die Art der Todesstrafe zu bestimmen. Es sei bemerkt, daß, während in Athen, wer Vater oder Mutter schlug, nur des Rechtes verlustig ging, in der Volksversammlung zu reden, nach dem Gesetz der Thora mit dem Tode bestraft wurde. Ja, in einem Falle wird ein Sittlichkeitsvergehen der Kinder darum mit dem Tode bestraft, weil die Schande des Kindes auf die Eltern zurückfällt. Die Priestertochter, die sittlich gefallen war, niußte den Tod erleiden, denn ״sie hat ihren Vater entehrt" (Lev. 21, 9). Man spricht: ״Fluch über den, der diese gezeugt, dessen Lenden sie entstammt, der sie großgezogen"?) 0) Die Ehre der Frau. Wer die Bibel unbefangen liest, wird zugestehen, daß der Frau daselbst eine würdige, zuweilen bevorzugte Stellung eingeräumt wird. Da hierüber schon vieles gesagt und geschrieben wurde, sei in Kürze nur auf folgendes hingewiesen. Schon der Satz: ״höre auf Alles, was Sara dir sagt," (Gen. 21, 12) gibt nicht nur der Gleichheit, er gibt auch der intellektuellen Ueberlegenheit der Frau Ausdruck. Diese Ueberlegenheit tritt auch in der Erzählung hervor, in der die Bibel die Frau vom Baume der Erkenntnis pflücken und genießen läßt. Wie man diese Erzählung auch auffassen, erklären und deuten mag, unbestritten ist, daß die Frau es ist, die dem Rufe nicht widersteht: ״es werden sich öffnen eure Augen und ihr werdet sein wie die Götter, die erkennen Gutes und Böses" (Gen. 3, 5), sie wird also dargestellt als die erste, die vom Baume der Erkenntnis pflückt, dem Geiste die Nahrung zuführt, eine Ehre, die kaum überboten werden kann. Als ein schöner Zug ihres Wesens kann es angesehen werden, daß sie nicht eigensüchtig allein im Besitze der Erkenntnis, bleiben will, sondern, Erkenntnis ver- ג) Sanhadrin 52 a.

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