Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Die Ehre im Talmud
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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101 erfrischende Winde bestehen kann, so nicht ohne Israel/") Als Lohn für diese Hingebung und Opferwilligkeit achtet Gott auf Israels Ehre auch dann, wenn er es straft. Er läßt das Volk, das über Israel herrschen und in dessen Mitte es leben soll, zu Macht und Ansehen gelangen, damit es nicht heiße: Gott überläßt sein Volk einer niedrigen Nation."״) Es sei noch erwähnt, daß es als ein hohes Verdienst angesehen wird, zu Israels Ehre beizutragen, der schärfste Tadel traf, wer Israel Schande bereitet. Es sei nur auf den einen Satz hingewiesen: ״Wer durch schwelgerisches Leben Israel der Verachtung preisgibt, hat das ewige Leben verwirkt." * 2 3) Israels Ehre besteht demnach in seinem Gottvertrauen, seiner Ausdauer im Kampfe für seine Ueberzeugung, seinem Wohltätigkeitssinue, diese sind Folgen seiner Erziehung durch die Thora und Geschichte. Sie besteht ferner in der hohen Mission, zu der es berufen wurde, der es durch die Jahrhunderte treu geblieben, trotzdem es durch sie zum Märtyrer wurde. Religion und Geschichte haben in ihm die Ueberzeugung von seiner ewigen Dauer, seiner Notwendigkeit für die Menschheit gezeitigt. Wer will es, im Hinblick auf die wechselvollen, tragischen Geschicke Israels, den alten Lehrern übelnehmen, wenn sie Israels dauernden Bestand als der Wunder größtes ansahen und die Erklärung hierfür in dessen Bevorzugung, Auserwähltheit, in der Liebe Gottes zu seinem Volke fanden, daß sie die Tatfache des Bestandes nicht als ein zweckloses Geschehenlassen seitens der göttlichen Vorsehung betrachteten, sondern als einen Beweis für die Mission Israels und seine Notwendigkeit für das Weltganze. Diese Ueberzeugung, die sie mit einem großen Teil des Volkes teilten, gab ihnen wie dem Volke die Kraft, vom.Unrecht zu *) Taanit 3b, f. Raschi das. 2) Gittin 56 b. Der Libanon fällt durch einen Mächtigen. 3) &ota 48 a.