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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 100

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Die Ehre im Talmud
Date
1912-01-01
Page
Seite 100 (sequence 38)
Language
German
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100 festem Willen sich auf der gleichen sittlichen und geistigen Höhe hält mit jenen, in deren Mitte sie lebt, so tut man Unrecht, ihr Materialismus vorzuwerfen, man sollte vielmehr gestehen, daß ein idealer Zug durch diese Gemeinschaft geht. Israel ist Wohl nicht asketisch angelegt, es verachtet die Materie nicht, es bejaht das von Gott geschenkte Leben,, will, was die Welt schönes bietet, genießen, trotzdem ist es eine ideale Gemeinschaft, weil es Gut und Blut, Vermögen und Leben für seine Ueberzeugung hingegeben. Ohne jede Ueberhebung darf es betont werden, daß. Israel seiner Mission wegen zum Märtyrer geworden. Eines hohen Gedankens wegen Qual und Not ertragen, Haus und Hof und ein liebgewordenes Vaterland verlassen, seinetwegen die schwersten Opfer bringen, bereit sein in den Tod zu gehen, kurz Märtyrer zu werden, gereicht jedem zu Ehre. Israel ist zum Märtyrer des ihm übertragenen Gedankens geworden. Seiner heiligen Mission wegen — Kinder des einzigen Gottes zu sein — war es stets bereit in Verbannung und in den Tod zu gehen. So war es im Altertum, im Mittelalter, ist zum großen Teil heute noch der Fall. Haß und Druck, Zurücksetzung und Verachtung seiner Religion wegen zu er-׳ tragen, ist auch ein Martyrium. Es bestand und besteht für all jene, die Ehre im Leibe haben und hatten, dem Glauben treu zu bleiben, es hörte auf für die Ehrlosen und Gemeinen, die den Glauben von sich warfen und werfen. Nicht nur Rußland und Rumänien liefern hierfür tagtäglich die erschreckendsten Beweise, auch in zweifellos zivilisierten Staaten wird der Jude seines Glaubens willen in seiner Menschenwürde gekränkt, nmß er den bisher vergeblichen Kampf für das gleiche Recht kämpfen und sich Zurücksetzungen aller Art gefallen lassen. Daß Israel durch alle Zeiten sein Martyrium getragen hat, ist und bleibt sein Ehrenschild. Dieses Opfer wird von Israel gefordert. Israel muß bestehen um seine Mission zu erfüllen. Daher betonen die Alten seine Fortdauer und die Notwendigkeit seines Bestandes: ״Wie die Welt nicht ohne reinigende.

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