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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 52

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1912-01-01
Page
Seite 52 (sequence 32)
Language
German
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— 52 — Schilderung des geistigen Lebens der ägyptischen Juden im 9. und 10. Jahrhundert. Die Schrift gibt ein erschöpfendes Bild von der Philosophie Israelis, ihrem Ausgangspunkt und ihrer Einwirkung auf die jüdische Religionsphilosophie und die mittelalterliche Scholastik. Von D. Neumarks groß angelegtem Werk „Geschichte der jüdischen Philosophie des Mittelalters" ist nunmehr der zweite Band erschienen. Das Buch enthält zweifellos viel und vieles, aber es wird ihm nicht der Tadel erspart bleiben, daß die Darstellung geradezu planlos ist, und daß der Verfasser Dinge hineinzieht und mit Ausführlichkeit behandelt, die gewiß mit seinem Thema garnichts zu tun haben. In einer Geschichte der jüdischen Philosophie des Mittelalters — bibelkntische Erörterungen, eine Polemik gegen D. Hoffmann zugunsten der Graf-Wellhausenschen Theorie, eine Auseinandersetzung mit Jakob, bibelkritische Hypothesen, die zum mindesten ernstes Kopfschütteln Hervorrufen müssen — das' ist, gelinde gesagt, befremdend. Der Verfasser scheint sein Material nicht bewältigen zu können, vielmehr wird er von seinem Material überwältigt. Eine lesenswerte Schrift ist die Abhandlung „Goethe und Spinoza", von A. Trampe. Von dem vielgelesenen apologetischen Buch „Die Ethik des Judentums" von M. Lazarus ist jetzt der 2. Teil aus dem Nachlaß des Verfassers erschienen. Die Herausgeber I. Winter und A. Wünsche, die das Buch mühsam aus zerstreuten Notizen und Aufzeichnungen gesammelt haben, verdienen unfern Dank. * Die Erforschung der hebräischen Sprache hat in der letzten Zeit keinen nennenswerten Fortschritt aufzuweisen. Dieses wäre an sich nicht überraschend, da kein neues Element in diesen Zweig der Wissenschaft hineingekommen ist, und wahrscheinlich auch nicht mehr hineinkommen kann. Die Assyriologie hat vor Jahren eine wahre Umwälzung auf dem Gebiet der hebräischen Sprachforschung hervorgerusen. Nun ist die neue Ordnung der

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