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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 39

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1912-01-01
Page
Seite 39 (sequence 19)
Language
German
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— 39 — genannten „historischen" Zeugnissen aus alter Zeit (Josephus, Tacitus, Sueton usw.) hart zu Leibe. Seit dem „Leben Jesu" von David Fr. Strauß ist eine solche Schrift über die Entstehungsgeschichte des Christentums nicht erschienen. Sie verdient gelesen zu werden, und wird zweifellos auch viele Leser finden. — Die Schrift von A. Jeremias „Hat Jesus Christus gelebt?" zeigt deutlich, in welcher argen Verlegenheit sich die moderne protestantische Theologie befindet. Sie hat eine ganze neue Terminologie erfunden, um das zu verschweigen, was sie nicht sagen kann. Keine' Sprache der Welt ist' dazu so geeignet, wie die deutsche. Diese moderne Mystik wird ebenfalls nicht von langer Dauer sein, denn der Mythos kann nicht Geschichte werden. Untersuchungen über die Beziehungen zwischen Judentum und Christentum bieten auch solgende Schriften: H. Wace, „Prophecy, Jewish and Christian“; W. Köhler. „Gnosis";P. Fiebig, „JüdischeWundergeschichten des neutestamentischen Zeitalters unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses zum Neuen Testament." Wichtige Schriften auf dem Gebiete der Quellenuntersuchung sind: Ä. Schmidtke, „Neue Fragmente und Untersuchungen zu den judenchristlichen Evangelien", ein Beitrag zur Literatur und, Geschichte der Judenchristen, und A. Harnack, „Neue Untersuchungen zur Apostelgeschichte und zur Abfassungszeit der synoptischen Evangelien". Die Forschung Schmidtkes ist für die Kenntnis des Urchristentums, wie es sich in der erstenHälste des zweiten Jahrhunderts bis um das Jahr 150 der christlichen Zeitrechnung entwickelt hat, von größter Wichtigkeit. Der Verfasser stellt die Identifikation des sogenannten hebräischen Urevangeliums Matthäus mit der aramäischen Bearbeitung desselben Evangeliums, die seit Hieronymus angenommen wurde, auf. Grund seiner Untersuchungen in Abrede. Dadurch erscheinen viele Ansichten über die älteste Fassung des Evangeliums Matthäus widerlegt. Mit einem großangelegten religionsgeschichtlichen Werke trat im letzten Jahre W. W. Baudissin hervor: „Adonis und Esmun". Es ist dies eine Untersuchung

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