Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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40 zur Geschichte des Glaubens an Auferstehungsgötter und Heilsgötter. Was der Verfasser hier über die beiden genannten phönizischen Gottheiten sagt, kommt für unsere literarische Revue wenig in Betracht. Auch die Beziehungen der religiösen Vorstellungen der Phönizier, wie sie in der Verehrung dieser Gottheiten zum Ausdruck gelangen, zu der babylonisch-assyrischen Gottheit Tammus, würden für die religionsgeschichtliche Behandlung des Judentums nicht von großer Bedeutung sein, obwohl uns bekannt ist, daß die Juden in der ersten Zeit des babylonischen Exils dem Tammuskultus huldigten (vergl. Ezechiel 8, 14). Hingegen muß mit aller Entschiedenheit der Versuch zurückgewiesen werden, den Gottesbegriff Israels, durch den das Judentum seine geschichtliche Bedeutung erlangt hat, nun gar aus phönizische Einflüsse zurückzuführen. Statt des Panbabylonismus, mit dem Delitzsch vor zehn Jahren Sensation machte, soll nun der Panphönizismus gefördert werden. Natürlich läßt sich ein auch in seinem äußeren Umfange so großes Buch (etwa 600 Seiten stark), das viele wichtige Forschungen bietet, nicht in solcher Kürze besprechen. * -i- ❖ Sehen wir nun, was im letzten Jahre auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte, von der ältesten Zeit bis auf die Gegenwart, erschienen ist. Ich habe bereits einleitend hervorgehoben, daß neue überraschende Funde aus der ältesten Geschichtsepoche in den letzten Jahren nicht gemacht worden sind. Wir sind nach dieser ■ Richtung etwas verwöhnt, da sich in früheren Jahren die Nachrichten über solche Funde förmlich überstürzten. Indessen ist es vielleicht gut, daß auf diesem Gebiete ein wenig Ruhe eingetreten ist. Wir brauchen Zeit, um die wertvollen Dokumente der altisraelitischen Geschichte wissenschaftlich zu sichten und zu verwerten. Die geschichtliche Literatur des letzten Jahres ist quantitativ nicht unansehnlich; sie hat nur qualitativ nicht viel gebracht. Und doch sind auch manche wichtige Erscheinungen zu verzeichnen.