Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 8)
- Language
- German
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28 muß man noch mehr vergessen — eine Menge von Vorurteilen und vorgefaßten Meinungen, die das Verständnis des heiligen Schrifttums bis jetzt erschwert oder gar unmöglich gemacht haben. Betrachten wir nun die Erscheinungen des letzten Berichtsjahres, unter denen wir zwar keine großangelegte, epochemachende Schrift finden, wohl aber manches Tüchtige und Treffliche. Ed. König gab uns in seiner Schrift „Babylonien und die Deutung des Alten Testaments" in gemeinverständlicher Form einen Abriß von dem Nutzen der Asfyriologie für das Verständnis der Bibel, wobei er seinen konservativen Standpunkt wahrte, den er seit jeher in diesen Erörterungen eingenommen hat. Von M. Kegel ist erschienen: „Wilhelm Vatke und die Graf-Wellhausensche Hypothese", ein Buch, dessen Lektüre unter allen Umständen zu empfehlen ist, selbst solchen, die noch immer von der Gras-Wellhausenschen Theorie in der Erforschung der Pentateuchquellen nicht lassen wollen. Lesenswert ist die kurze und populär geschriebene „Literaturgeschichte des Alten Testaments im Abriß" von H. Anz; sie wird namentlich Religionslehrern in den höheren Gymnasialklassen gute Dienste leisten. Die Zeitgeschichte der Bibel behandelt literargeschichtlich auch H. Schmidt in seiner Schrift „Die Epochen der alttestamentlichen Geschichtsschreibung"; ferner „Geschichte und Erbauung im Alten Testament", eine exegetische Untersuchung von A. Schulz. Die assyriologische Forschung bringt uns noch immer neue Aufschlüsse über Inhalt und Form der Bibel; ein bedeutendes Buch auf diesem Gebiete' .hat jetzt A. Sarsowsky veröffentlicht: „Keilschriftliches Urkundenbuch zum Alten Testament." In englischer Sprache ist erschienen: „The Old Testament in the light of the ancient East“ von A. Jeremias in zwei Bänden. Es ist dies eine erweiterte Umarbeitung und Uebersetzung seines bekannten Buches „Das alte Testament im Lichte des alten Orients", das viel Brauchbares enthält. Eine tüchtige Arbeit leistete A. T. Pierson in seinem Buche: „Knowing the scriptures: rnles and methods of Bible study.“ Von dem trefflichen Werke