Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Der Amhoorez
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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- 268 - Wus Summen müs, fümmt doch. Schern borech hü werd sorgen, ün Areilim^) werd's immer geben ün Jiden werd's immer geben, wal^) de Welt stecht. Auch diese Worte beruhigten Wolf nicht, er reichte feiner Verwandten die Hand mit dem Gruße: „Blaab gesund, Mühme!" Doch Muhme Szore legte auch die linke Hand auf die Wolfs, und sie beruhigend streichelnd, sagte sie mit noch leiserer Stimme: „Jche geih nü bald dohin, wu mane Sibben ün man Jizchek is. Jche will Schern borech hü suggen, wus hier is, ün er werd schon alles gütt machen." Line Totenfeier. Am andern Tage war die Freude beim Besuche der Synagoge weniger bewegt. Heute war ja Maskir n'schomaußb), und schon auf dem Wege zur Synagoge erkannte man auf den Gesichtern der älteren Leute einen würdigen Ernst. Nur die Kinder und jungen Leute waren frohgemut. Sie hatten gestern soviel Lob geerntet, daß sie ordentlich stolz waren und frohen Herzens auf neuen Ruhm ausgingen. Von den jungen Mädchen war nach solchem Erfolge jede Befangenheit gewichen, und plaudernd und scherzend gingen sie mit den jungen Männern zur Synagoge. Bleich, mit übernächtigem Gesicht sah man Wolf Aron mit Gitel und Moritz einhergehen. Vor der Synagoge trat Moses Abramczik zu ihm heran, und ihm die Hand reichend, sagte er leise: 1) Nichtjuden. 2) so lange als. 3) Totenfeier.