Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Der Amhoorez
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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268 Wie die Glätte auf dem Meeresspiegel, Wie die Hose steiget von dem Bügel, Also streich Dein Herze glatt, Bis es keine Falten hat! Wie die Spnne brennt in ew'ger Klarheit, Sei in unsern Herzen stets die Wahrheit! Gleich den Erbsen, schön und voll und rund, Quell' im Innern unser Herzensbund! Ewig sollst Du mein gedenken Und mir Deine Freundschaft schenken! Holde, Dein vergess' ich nicht, Bis mein Aug' oder sonstwas bricht! Ueber den letzten Vers konnte Frau Linder nur schwer hinwegkommen, die Rührung saß ihr hindernd in der Kehle. „Ja ja" meinte sie, „leider gehört dieser hochbegabte Mann nicht mehr dem Judentum an. Ich habe schon viel darüber geweint, daß so ein gottbegnadeter Dichter abtrünnig werden mußte — gleich Heine, mit dem er auch sonst viel gemein hat; nur weiß ich nicht, welcher der größere von beiden ist." Wolf Aron flicht Croft bei Iflofes flbramczik und bei der Muhme Szore. Wolf Aron duldete es heute nicht im Zimmer. Das Mittagessen hatte er kaum berührt. Die Luft erschien ihm zum Ersticken schwül, und er ging auf die Aecker hinaus. Doch auch hier wurde ihm nicht leichter. . Immer klangen ihm die Worte des Bauern ins Ohr. Er zermarterte vergeblich sein Gehirn, um einen Ausweg zu finden. Mit seiner Frau konnte er derlei ernste Dinge nicht erwägen. Gitel hatte ihn erschreckt angesehen, als er sie mit einigen wenigen Worten einen Blick in seine Seele tun ließ, und hatte schließlich gesagt: