Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Arier und Semiten
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 19)
- Language
- German
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■ , — 196 — Esther) „Abschrift"; aram. pithegamaY hebr. pithegäm apers; patigama „Edikt" und andere); oder in hellenistischer Zeit entnahm es Termini der Kunst und Wissenschaft dem Griechischen, wie pssanstsrifn ----- gr. psalterion „Zither"; geometerijos „Geometrie".) Charakteristisch. ist das Lehnwort piftegssd aus griechpallallis „Kebsweib freilich liegt auch die Möglichkeit vor, daß beide aus einer gemeinsamen kleinasiatischen Quelle stammen. In nachhellenistischer Zeit macht sich wieder ein Einströmen semetischen Sprachgutes in die europäischen Sprachen bemerkbar, indem eine ganze Anzahl aramäischer Worte durch die Literatur des Urchristentums ins Griechische kam und von da in alle Kultursprachen wanderte: Amen, Cherub/Halleluja, Osanna, Rabbi, Passah, Sabbat usw. Bekannt ist ferner der große Einstuß, den die arabische Naturwissenschaft, Medizin und Mathematik im Mittelalter auf die europäischen Sprachen ausübte. Wörter wie Algebra, Alkali, Alchemie, Droge, Natron, Ziffer stammen daher. Aber auch auf andern Kulturgebieten macht sich diese Einwirkung geltend: man denke an Alkoven, Divan, Matratze, Watte, Sofa, Admiral, Sultan, Magazin, Tarif, Talisman, Arsenal, Baldachin, Gamasche und andere. Den Einstnß des Hebräischen hat in neuerer Zeit auch die deutsche Sprache erfahren, nicht nur im sogenannten Rotwelschen, das von hebräischen Bestandteilen wimmelt (dibbern, beducht, Schickse usw.), sondern auch die deutsche Umgangsuud Schriftsprache (Gauner, Kaffer, Kluft, Kümmelblättchen, Moos Geld, schachern, Schmiere stehen usw.) So sehen wir seit den ältesten geschichtlichen Zeiten bis auf unsere Tage einen fortwährenden Austausch von Kulturwörtern zwischen den beiden großen Sprachgruppen stattfinden. Dem Austausch der Wörter liegt natürlich ein'gleicher für Pie Sachen, die sie bezeichnen, voraus. Wieviel die antike Welt an Kulturprodukten durch Griechenlands Vermittelung vom Orient erhalten hat, ist zu bekannt, als daß ich hier darauf einzugehen brauchte: die Bronze, das Eisen, das Glas, feine Stoffe, Farben' (Purpur), Obstsorten, Gewürze usw, Ich will,hiW ny%\ 7