Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Arier und Semiten
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 18)
- Language
- German
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195 „Wasser"; hebr. sheh, ägypt. su‘, assyr. shu’u, „Schaf", die neben anderen im Hamito-Semitischeu schon vorhanden gewesen sind. Aus den semitischen Sprachen allein sind noch weit zahlreichere zweikonsonantische Stämme erhalten: hebr. bsn, aram. bar, arab. ibn, assyr. bin, „Sohn"; hebr. poll, äthiop. ’af, arab. kn, assyr. pu, pi „Mund"; hebr. shem, äthiop. sem, arab. ism, aram. shema, assyr. sumu „Name"; hebr. ’el, assyr. ilu „Gott" üsw. Die dreikonsonantische Gestalt der semitischen Wurzeln ist also eine sekundäre Erscheinung, die erst nach und nach im Leben der Sprachen zur Entfaltung gelangte. Wenn wir die Frage der Urverwandtschaft der beiden großen Sprachgruppen als noch nicht spruchreif vorläufig unentschieden lassen wollen, so können wir doch die fortwährenden Beziehungen zwischen ihnen in vorhistorischen und in historischen Zeiten nicht unerwähnt lassen. Teils sind es Ausdrücke, die beide Sprachgruppen aus unbekannten, aber gemeinsamen Quellen bezogen haben, wie hebr. jajin, assyr. inu, arabisch-äthiopisch warn, lat. vinum, deutsch „Wein"; hebr. sbor, aram. tora’, assyr. shuru, lat. tauras, gr. tauros, deutsch „Stier"; hebr. kos, aram. kas, arab. kas, assyr. kasu neben lat. vas, got. kas, „Gefäß". Andererseits haben die dem semitischen Sprachgebiet benachbarten indogermanischen Sprachen, also das Persische, Armenische und Griechische eine große Zahl von Kulturwörtern dem Semitischen entlehnt. *) Das Neupersische z. B., das infolge der engen religiösen Beziehungen den nachhaltigsten Einfluß des Arabischen Zerfahren hat, verdankt die Hälfte seines heutigen Wortschatzes diesen: semitischen Dialekt. Natürlich fanden umgekehrt auch Entlehnungen aus indogermanischen Sprachen in semitische statt; so hat das Hebräisch-Aramäische zur Zeit der Perserherrschaft manche staatsrechtliche Ausdrücke aus dem Persischen herübergenommen (aram. pareshegen, hebr. patheshegen (Buch *) Griech. sakkos, lat. saccns „Sack" aus hebr. saq; gr. onos „Esel" aus hebr. ’athon und viele andere. 13*