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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 194

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Arier und Semiten
Date
1910-01-01
Page
Seite 194 (sequence 17)
Language
German
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194 übernehmen bestimmt ist, muß zur Zeit noch unentschieden bleiben. Eine Vergleichung des Semitischen und Indogermanischen jetzt anstellen, heißt etwa soviel, wie wenn man z. B. das Keltische und Indische ohne Kenntnis des Germanischen, Griechischen und Slavischen vergleichen wollte. Einige Resultate können immerhin dabei herauskommen; ein sicheres Fundament zu legen, ist aber unmöglich. Es läßt sich freilich nicht leugnen, daß zwischen den semitischen und indogermanischen Sprachen manche auffallende Anklänge im Wortschatz bestehen. Zu unterscheiden ist bei diesen Übereinstimmungen freilich, ob sie auf lautmalerischer (onomatopoetischer) Grundlage zustande gekommen sind, oder auf etwaiger Wurzelverwandtschaft beruhen. So enthalten hebr. em „Mutter" und ab „Vater" die dem lateinischen mater und pater entsprechenden Lippenlaute m und b; aber diese Wörter sind in allen Sprachen ursprünglich offenbar den Kinderlallwörtern mama, papa entsprungen. Andere Entsprechungen sind hebräisch erez, griechisch era-ze „zur Erde", (wozu aram. ara noch besser stimmt), germ. Erde; hebr. qeren, lat. cortm, germ. Horn; hebr. lasbon (auch mit i in der ersten Silbe: assyr. lisbanu), lat. lingua, litauisch lezuvis, arm. lezu, altind. jibva, avest. bizva, hizu „Zunge"; hebr. par, deutsch Farre; hebr. kol „Stimme", assyr. kalu „rufen" und gr. kalein, lat. calare „rufen" usw. Die Beispiele lassen sich noch vielfach vermehren. Auffällig ist ferner das Zusammentreffen bei einzelnen Zahlwörtern: hebr. sbesb „6" mit altind. sbasb, avest. xsbvasb, lat. sex, germ. sechs und hebr. sbeba* „sieben" mit altind. sapta, gr. bepta, lat. septem, germ. sieben. Neben diesen Übereinstimmungen finden wir aber auch auffallende Verschiedenheiten. Vor allen: ist es die Erscheinung, daß die Wurzeln der Verba und der meisten Substantiv« in den semitischen Sprachen dreikonsonantisch sind, während in den indogermanischen Sprachen die Wurzeln fast durchweg nur zwei Konsonanten aufweisen. Freilich sind gerade die ältesten Bestandteile der semitischen Sprachen gleichfalls zweikonsonantisch; man vergleiche hebr. majim, ägypt. mu, assyr. mu,

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