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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 186

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Arier und Semiten
Date
1910-01-01
Page
Seite 186 (sequence 9)
Language
German
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186 ehe es ihm gelang, dessen Bekenner entweder zu bekehren oder zu vertreiben. In Südrußland trat im 9. Jahrhundert der Adel und der Großherr des mächtigen Chazarenreichs zum Judentum über. Die Juden in der Krim, die sog. Karaim, weisen daher viele körperliche Merkmale der Tataren auf. Aus allen vorgebrachten Tatsachen also ziehen wir den Schluß, daß es in wissenschaftlicher Hinsicht unberechtigt ist, die europäischen Juden als reine Semiten anzusprechen. Gewiß ist von uralter Zeit her ein semitischer Einschlag noch vorhanden, aber wie der Augenschein lehrt und die von dem russischen Gelehrten Dr. Weißenberg aufgestellte Statistik zeigst tritt er gegenüber den Elementen anderen (chettitischen, indogermanischen, tartarischen, süd europäischen usw.) Ursprungs in den Hintergrund. Reine Semiten sind die sogn. jemenitischen Juden, die in Südarabien, dem sogn. Jemen, wohnen; doch ist es zweifelhaft, oll sie direkte Nachkömmlinge der alten Juden sind, wie ihre eigene Überlieferung besagt. Wahrscheinlicher isst daß sie judaisierte Araber sind, wie ihre Landsleute islamitischen Glaubens behaupten. Daß selbst ganz fernstehende Rassen das Judentum angenommen haben, zeigt das Beispiel der Falaschas, der abessynischen Juden, die sich körperlich von den christlichen Abessyniern nicht unterscheiden, oder der indischen Juden, die teilweise helle Hautfarbe, daneben aber auch den dunklen Typus der heutigen Inder aufweisen. Die chinesischen Juden besitzen außer einem ganz verderbten jüdischen Glauben nichts Semitisches in ihrer Erscheinung, sie sehen genau wie die echten Chinesen aus. Wie der Islam, so hat sich auf uns unbekannte Weise auch das Judentum in Ostasien ausgebreitet und in Resten bis heute erhalten. Wenn es von Leuten jüdischer Herkunft auch einmal dorthin gebracht worden ist, so sind diese in der sie umgebenden Masse längst aufgegangen. Wenn wir nun die europäischen Juden nicht als Semiten auffassen dürfen, so kann man die Frage aufwerfen, wie es kommt, daß die Juden trotzdem zumeist einen eigenen Typus verkörpern, der sie zumal in Nord-

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