Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Arier und Semiten
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 6)
- Language
- German
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183 Ausläufer dieser kanaanäischen Schicht; vielleicht auch schon die Vorboten der nachkommenden (aramäischen) Einwanderung. Nach der Mitte des zweiten Jahrtausends taucht ihr Name zuerst in den sogenannten Tell-Amarnabriefen, einem in babylonischer Sprache von kleinasiatischen Königen und syrischen Satrapen mit ihrem Oberherrn, dem Pharaonen Amenophis IV in Ägypten, geführten Briefwechsel, in der Form Chabiru auf, der wohl soviel wie „Nomaden" bedeutete, wie wir heute etwa von Beduinen, Kabylen, Kurden sprechen, Sammelnamen, die verschiedene Stämme umfassen. Welche Völker die andrängenden Hebräer im Lande Kanaan antreffen, wird z. B. im Buche Josua an verschiedenen Stellen oder im Buche Richter Kap. 3 erwähnt. Dort werden neben den Kanaanäern genannt die Chettiter, Pelischtim (Philister), Amoriter, Jebusiter und andere. Die letzteren sind wohl semitischen Ursprungs; die Chettiter dagegen sind ein uns jetzt wohlbekanntes Volk anderen Stammes, dessen Name zum ersten Mal im 18. vorchristlichen Jahrhundert auftaucht. Sie kamen aus dem östlichen Kleinasien, und unterwarfen sich erobernd ganz Syrien und das Euphratland. Später werden sie von den Ägyptern und den Assyrern wieder zurückgedrängt; aber Überreste von ihnen sind offenbar in Palästina sitzen geblieben. Ihnen stammverwandt sind die Mitani, die ebenfalls eine Zeit lang große Macht besaßen und sich auch über Syrien ausbreiteten. So weist Palästina um die Mitte des 2. Jahrtausends ein buntes Gemisch von semitischen und nicht semitischen Völkern auf, unter letzteren auch solche arischer Herkunft. Zahlreiche Namen von Fürsten, die in den Amarnabriefen genannt werden, haben deutlich ein arisches (d. h. indo-iranisches) Gepräge: Jaschdata, Artamanya, Schuwardata, Schutarna und andere. Dieses ganze Völkergemisch hauste in dem vielzerklüfteten Berglande, als die israelitischen Stämme erobernd eindrangen. Aus den Büchern der heiligen Schrift ist bekannt, welche Schwierigkeit den Kindern Israel besonders die Unterwerfung der festen Städte machte; vielfach besetzte man