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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 155

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Moritz Veit
Date
1910-01-01
Page
Seite 155 (sequence 27)
Language
German
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155 bekannt. Aus den Akten ergibt sich nur, daß der schon einmal genannte Jo8l W. Meyer in der Repräsentanten- Versammlung den Antrag stellte, Veit für seine Rede den Dank der Gemeinde auszusprechen, ja, daß er den Antrag dahin erweiterte, man möge ein solches Dankschreiben nicht bloß im Namen der Berliner, sondern im Namen aller Gemeinden erlassen. Das letzte, was Veit für die Juden tat, war eine hübsche Würdigung Gabriel Rießers, der im Jahre 186ll starb. Der Aussatz erschien in den Preußischen Jahrbüchern des' genannten Jahres. Eine solche Würdigung war eine Aufgabe, der Moritz Veit im höchsten Maße gewachsen war. Denn hier hatte er einen Mann zu schildern, wie er selber einer war: auf des Lebens Höhen stehend, ausgestattet mit reichen Gütern des Geistes, geehrt durch die Achtung Aller, die Freundschaft Vieler, einen feinen Stilisten, einen kunstvollen Redner, einen Kämpfer für Recht und Freiheit — denn das bedeutete in allen Zeiten nach einem schönen Wort Börnes das Auftreten zu Gunsten der Juden — und zugleich einen Mann, der, wenn auch der Lorbeer des Siegers nicht leicht, vielleicht garnicht seine Stirn krönte, im Kampfe niemals ermattete. Und so kann man die Schlußwürdigung, die Veit dem Hochverehrten gab, und die so lautet: „er wird fortleben, dieser Name! Das große Talent wird von größerem überholt. Mehr aber als Alles, was er getan und geredet, was er erarbeitet und erstritten, hat der innerste Kern seiner Persönlichkeit auf die Zeitgenossen gewirkt. Unbeirrt von Allem, was so Viele lockt und blendet, hat er das verworrene Getriebe von Welt und Menschen mit siegreicher Klarheit und Wahrheitsliebe durchschaut, weil er im eigenen Innern zu Hause war. In den Mitteln mochte er irren und fehlgreisen, niemals in den Zwecken; diese Zwecke waren ein Stück seiner selbst, „und sich selber konnte er nie untreu werden", auch auf ihn anwenden.

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