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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 152

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Moritz Veit
Date
1910-01-01
Page
Seite 152 (sequence 24)
Language
German
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— 162 - angesehensten und höchststehenden jüdischen Männern Berlins unterschrieben ist. (Veits Name fehlt, aber die Tatsache, daß das Original in seinem Nachlasse sich fand, führt notwendig darauf, daß er der eigentliche Anreger, wohl auch der Verfasser des Protestes ist.) Dieser Protest richtete sich gegen die Denunziation, die einzelne Gemeindemitglieder gegen die im Jahre 1854 erfolgte Wahl von M. Magnus, M. S. Baßwitz und Dr. Oesterreich zu Vorstehern der Gemeinde gerichtet hatten. Veit führte im Namen seiner Gesinnungsgenossen aus, daß die Genannten Ehrenmänner in der ausgedehntesten Bedeutung des Wortes seien, und, fuhr dann fort: „ihr Patriotismus stehe außer Frage, und es würde gut um Stadt und Staat bestellt sein, wenn die Mehrheit der Bürger in gleicher Weise von tätigem Gemeinsinn, von großherziger, zu jedem Opfer bereiter Menschenliebe, von aufrichtiger Begeisterung für König und Vaterland durchdrungen wäre. Wir sprechen die innerste Ueberzeugung aus, daß von diesen Männern nicht der leiseste Mißbrauch ihrer amtlichen Stellung zu erwarten stehe. Wir hoffen vielmehr von der Amtsführung derselben die gedeihlichsten Resultate für die Herstellung friedlicher und einträchtiger Zustände innerhalb unserer Gemeinde." Der Protest hatte den gewünschten Erfolg. Auch die jetzt lebende Generation weiß, daß Meyer Magnus und die andern Genannten Jahre und Jahrzehnte lang an der Spitze der jüdischen Gemeinde standen, daß aber besonders der Erstgenannte eine lange Epoche hindurch als der eigentliche tatkräftige Leiter der Berliner Gemeinde anzusehen ist. Gewiß stand Veit nicht auf dem vorgeschrittenen religiösen Standpunkte wie Magnus und war auch bei seiner konzilianen Natur nicht immer mit dem allzu energischen Vorgehen des Genannten einverstanden, umsomehr ehrt es ihn, daß er trotz abweichenden Standpunktes die Beschwerden einer kleinen Partei von Dunkelmännern zurückwies, die die Wahl solcher vortrefflichen Elemente bei der Behörde zu hintertreiben suchte.

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