Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Moritz Veit
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3111067-3111092-3115387--3559-3115556- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 149 — >- ’t fungierten, zustandekam. Sie war im Anschluß an das deutsche Parlament gedacht und beabsichtigte offenbar, eine allgemeine Verbindung der Inden nicht gegen die 1 Deutschen, sondern in Vereinigung mit den Deutschen zu befördern. .; 2. Seit 1851 war Veit Mitglied der ersten Preußischen Kammer und hatte als solcher Veranlassung, einmal in Angelegenheiten seiner Glaubensgenossen aufzutreten. In der 49. Sitzung am 30. März 1862 stand .. ein Kommissionsbericht zur Beratung über einen Antrag - des Abgeordneten Klee, betreffend den Artikel 12 der . r Verfassung, Der Artikel lautet bekanntlich, „der Genuß der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte ist unabhängig von dem Religionsbekenntnis". Der Antragsteller ) wünschte, den Dissidenten die bürgerlichen Rechte zu .f nehmen. Die Kommission dagegen schlug vor, über den . Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Der Antrag- *;; steiler hielt eine große Rede des Inhalts: von einer christlichen Abgeordneten-Versammlung müßten Nichtchristen ausgeschlossen werden, aber überhaupt müßten ihre Rechte noch weiter vermindert werden. Der bekannte Konservative Gerlach unterstützte diese Forderung und sprach andeutend von einer Gefahr, die vor Jahren bestanden hätte, daß ein Jude Kultusminister geworden wäre. v Hansemann, der Minister aus der Revolutionszeit, widers sprach dieser Behauptung in ironischer Weise; darauf erhielt Moritz Veit das Wort. Er führte aus, „die Religionsfreiheit kann an keinem Punkte angetastet werden,?? ohne daß ihr ganzer Organismus davon durchzittert und durchbebt wird", und suchte darzulegen, daß Klees Antrag, i; der angeblich auf die Dissidenten sich beziehe, Juden und Dissidenten zusammenstelle und die ersteren mehr zu < treffen wünsche als die letzteren. Er wandte sich mit Entschiedenheit gegen den Antragsteller, der so weit gehe, „die höchsten Rechte des Mannes zu beschränken, seinen Beruf frei zu wählen, je nach den Gaben, die Gottes Vatergüte ihm verliehen", protestierte dagegen, daß man i dem Volke die Gleichstellung der Juden und Dissidenten . ' zumute, und hoffte, daß das Volk sich eine derartige