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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 145

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Moritz Veit
Date
1910-01-01
Page
Seite 145 (sequence 17)
Language
German
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- 145 - den Vorstand, der aus 7 Männern bestand, darunter Veit, zu einer vorläufigen Besprechung bei ihm zu er- ' scheinen. Aber diese Besprechung fand infolge der politischen Erregung nicht statt. Auf eine Anfrage an das Ministerium wegen einer Neuwahl wurde dem Vorstand überlassen, nach seinem Gutdünken vorzugehen. Auch ein vorgelegtes Wahlregnlativ konnte nicht genehmigt werden, weil die Regierung nicht in der Lage zu sein glaubte, in die Verhältnisse der jüdischen Gemeinde einzugreifen. Daher arbeitete der Vorstand selbst ein Regulativ aus. Über das er die Gemeindemitglieder abstimmen ließ. 578 erklärten sich dafür, 55 dagegen. Infolgedessen wurde 'auf den 11. August 1849 die erste Wahl der Repräsentanten ausgeschrieben. Unter den Gewählten befand sich Veit. Bei der Konstituierung der Versammlung am 2. September 1849 wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Die Repräsentanten-Versammlung ernannte den Vorstand, der am 25. Oktober 1849 sein Amt antrat. Das Polizeipräsidium erklärte sich jedoch nicht für ermächtigt, diesem die Bestätigung zu erteilen. Deshalb wandte man sich zweimal, da auf die erste Vorstellung eine Antwort nicht eintraf, an das Ministerium und suchte die Bestätigung der neugewählten Gemeindebehörde nach. Das Ministerium aber erklärte am 12. Oktober 1850 die Weigerung des Polizeipräsidiums für berechtigt, weil bei der Wahl die Bestimmungen des alten Judengesetzes von 1760 nicht beobachtet wären und eine Anerkennung des neuen Vorstands erst nach einem neuen Statut möglich sei. Auch nicht einmal eine provisorische Anerkennung könne . zugesagt werden, vielmehr müsse die Gemeinde zur Wahl eines Vorstands nach dem alten Judengesetz von 1750 angehalten werden. Nun wurde wirklich nach dem alten Privilegium gewählt, d. h. es wurden zu den augenblicklichen Leitern der Gemeinde 7 Gemeindemitglieder durch das Los gezogen. Das Resultat der Wahl war das gleiche. Da an dieser Stelle. eine Geschichte der jüdischen Gemeinde nicht erzählt werden kann und soll, so können alle die kleinen, zum Teil recht kleinlichen Kämpfe und 10

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