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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 142

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Moritz Veit
Date
1910-01-01
Page
Seite 142 (sequence 14)
Language
German
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142 Ein direkter Schritt wurde erst unternommen, als in den Sitzungen des vereinigten Landtags die jüdischen Angelegenheiten beraten wurden. Am 17. Januar sprach in der Ständekurie der Minister Vodelschwingh das Wort aus „die Juden seien Fremdlinge im preußischen Lande." Dagegen richtete der Vorstand sofort einen energischen Protest, der vermutlich in seiner ersten scharfen Fassung von Veit herrührt, dann aus Opportunitätsrücksichten etwas gemildert wurde, sodaß an Stelle des Wortes „vorenthaltene" die Worte „noch nicht gewährte" gesetzt wurden. In der Petition kam der Passus vor, „daß uns das Vaterland die treue Liebe, die wir ihm darbringen, über kurz oder lang mit dem ungeschmälerten Bürgerrecht lohnen wird, welches so Viele der Edelsten unserer Mitbürger schon heute uns zuerkennen, daran zu zweifeln wäre für uns ein sündiger Kleinmut. Auf die Uebung der Pflicht kann daher das vorenthaltene Recht, kann auch E. E. Ausspruch nie und nimmer einen Einfluß gewinnen; wir haben nicht umsonst an der Ehre der Waffen festgehalten; wir stellen Gut und Blut auch fernerhin in den Dienst des Vaterlands und wollen gerüstet sein wann es uns ruft." Die Bemühungen, den Vorstand zu Petitionen aufzurufen, ruhten nicht. Am 11. Juli wandte sich eine große Anzahl angesehener Gemeindemitglieder, an ihrer Spitze der Stadtrat Benda, unter den Unterschriebenen Louis Reichenheim, Dr. Oesterreich, Dr. Steinthal, an den Vorstand mit der Bitte, er möge entweder allein oder mit anderen Gemeinde:! eine Petition an den König richten, welche Bekümmerung die Propotion an den vereinigten Landtag hervorgerufen hätte. Aus Grund dieses Schreibens wurde vom Vorstand eine Kommission berufen, die aus Benda, I. W. Meyer, R. S. Gumpertz, A. Mendelssohn, M. S. Baßwitz, I. Muhr und Zunz bestand. Die von dieser Kommission entworfene Bittschrift vom 19. Juli 1847 ist offenbar das Werk Veits. In dem ersten Konzept sind große Sätze neu von ihm eingefügt. Es wird in ihr dem Könige der Dank für das Bestreben ausgesprochen, das Edikt vom 11. März 1812 zu wahren

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