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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 139

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Moritz Veit
Date
1910-01-01
Page
Seite 139 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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139 — sich ausschließlich - auf Synagogen, Religionsschulen und Unterrichtsanstalten bezögen. Eine besondere Eingabe Veits, die wie die meisten der hier zu erwähnenden Aktenstücke in dem Archiv der Berliner jüdischenGemeinde, größtenteils in derHandschrift Veits, vorhanden ist, wurde am 9. März 1842 an den Kriegsminister Boyen gerichtet. Es wurde die Mitwirkung des Ministers erbeten, daß die Juden weiter zum Militärdienst verpflichtet sein sollten. Dem hohen Staatsbeamten, der als freisinnig galt, wurde eine Predigt Weyls eingeschickt, die er 1813 an die zum Heere abgehenden jüdischen Freiwilligen gehalten hatte. Folgende Stelle des Schreibens ist der Anführung wert: „JnEw. Exzellenz leben noch heute die Gesinnungen der gewaltigen Zeit, die jede Kraft in ihre Dienste nahm und jedes Verdienst belohnte. Im Jubel der allgemeinen Begeisterung verstummte das Vorurteil, im Drange der großen Begebenheiten, die den Menschen über sich selbst erhoben, war keine Zeit zu ängstlichem Abwägen. E. E. hefteten mit eigener Hand zuerst ein eisernes Kreuz an die Brust eines Juden und haben dadurch der Gesinnung, die sich damals unter uns kundgab, ein dauer.ndes Denkmal begründet." Boyen antwortete am 23. März, er habe den Ausdruck solcher Gesinnung gern gelesen und „werde zur Erfüllung des mir mitgeteilten Wunsches, soweit es mir die Gesetze gestatten, mitzuwirken stets gern bereit sein." Weniger zuversichtlich war die Antwort des Ministers des Innern Herrn von Rochow am 5. Mai. Es sei, so schließt der Staatsmann, die Absicht des Königs, Beschränkungen aufzuheben, aber die Neueinrichtungen müßten an Bedingungen geknüpft sein, die in dem Wesen des christlichen Staates lägen, „nach welchen es nicht zulässig sei, den Juden irgend eine obrigkeitliche Gewalt über Christen einzuräumen." An diese nicht eben sehr erfolgreiche Tätigkeit bei den obersten Staatsbehörden schloß sich eine lebhafte Agitation bei den Provinzialständen an, der einzigen, sehr dürftigen Volksvertretung, die damals existierte.

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