Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Moritz Veit
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 8)
- Language
- German
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KZWN8SM m — 136 — Schüler auch dieser Anstalt übergehen; mögen sie nie vergessen, daß sie berufen sind, das unverlierbare Erbteil Israels, das lebendige Wort Gottes, als die dereinstigen Lehrer des Volkes zu verkündigen, rein und lauter, im Lichte unserer Zeit." Er vertrat in seiner Ansprache den Standpunkt, daß die übrigen Gemeinden, für die ja mindestens ebenso wie für Berlin die Lehrer ausgebildet wurden, die neue Anstalt durch Beiträge unterstützen müßten, und bemühte sich verschiedentlich darum, u. a. auch in Königsberg durch die Vermittelung von Jacoby, mit dem er dadurch in einen Briefwechsel kam, in dem er auch dessen kühne Schrift „Vier Fragen, beantwortet von einem Ostpreußen" lebhaft bewunderte. Veit ahnte wohl, daß ein solches Seminar nur gedeihen könne in Verbindung mit einer Uebungsschule, und sprach den Wunsch und die Hoffnung aus, daß es in Bälde eine Erweiterung zu einem „Rabbiner-Seminar" erfahren möchte. Das Seminar entwickelte sich mäßig. Die Mittel der Talmud-Tora-Stiftung waren sehr knapp, der Gemeindevorstand gab zuerst garnichts, seit 1842 600 Taler. Das Seminar mußte bereits an: 31. Mai 1850 geschlossen werden. Aber mit dieser Förderung des Schullehrerseminars . war Veits Pflege der jüdischen Unterrichtsanstalten Berlins keineswegs beendet. Er unterstützte 1846 die Begründung der Horwitzschen Knabenschule, die geschlossen werden mußte, als Horwitz 1860 zum Leiter der Gemeinde-Knabenschule berufen ward. Freilich dauerte es 18 Monate, bis dieser geniale Schulleiter in: Januar 1852 in sein Amt eingeführt wurde. In dem genannten Jahre war Veit für die Errichtung einer Gemeinde-Religionsschule, der einzigen, die danmls in Berlin existierte und die manche Jahrzehnte die einzige blieb, tätig. Sie trat erst 1854 ins Leben und konnte 1866 in die Reihe der Gemeinde-Institute ausgenommen werden. Seit 1855, d. h. seit der Begründung des Talmud-Tora-Vorstands