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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 133

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Moritz Veit
Date
1910-01-01
Page
Seite 133 (sequence 5)
Language
German
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— 133 — Das stärkste Band zwischen Beiden war jedoch eine herzliche persönliche Zuneigung: Veit beugte sich vor Sachs' großem Wissen und sah in dem mächtigen Redner einen Propheten, Sachs bewunderte in dem Freunde den vielseitigen Weltmann, der trotz seiner Stellung dem väterlichen Glauben unverbrüchliche Treue wahrte. Bis zum Jahre 1844, da die Fremide an verschiedenen Orten lebten, wurde ein lebhafter Briefwechsel unterhalten, seitdem sie an einem Orte zusammen wirkten, entwickelte sich eine schöne Intimität. Der Briefwechsel, der in diesem Jubiläumsjahre oft angeführt und doch nicht allgemein genug bekannt ist, bietet ein schönes Zeugnis herzlicher gegenseitiger Ergebenheit und eines bewundernswert vielseitigen geistigen Interesses. Daß diese beiden treuen Israeliten über jüdische Dinge (Kultus und öffentliche Angelegenheiten) plaudern und sich über wichtige Vorgänge unterrichten, nimmt nicht Wunder, ebensowenig, daß sie von ihren Spezialfächern zu einander reden. Von eigenartigen: Interesse aber ist es, Veit eine Charakteristik der Bettine von Arnim und Sachs eine enthusiastische Schilderung von Liszts Klavierspiel geben zu hören. Die bedeutenden Werke, die zu jener Zeit herauskamen Strauß' „Leben Jesu" oder Wilhelm von Humboldts „Studien über vergleichende Sprachen" werden eingehend besprochen, das große allgemeine Bildungsinteresse Veits tritt ebenso lebhaft hervor, wie Sachs' glühende Liebe für das klassische Altertum, dem er nicht nur Anregungen, sondern auch weihevolle Erhebung verdankt. Auch diePolitik spielt eine Rolle schon vor dem hoffnungsreichen Jahre 1840, noch mehr unmittelbar vor und in dem Sturmjahre 1848; der Schmerz, den Veit bei Gelegenheit der Ermordung von Auerswald und Lichnowsky äußert, ist nicht blos der des trauernden Politikers, sondern des fühlenden Menschen. Und dieses menschliche Wesen tritt bei freudigen und leidvollen Anlässen hervor; Glückwünsche zu Ehren- und Festtagen wechseln mit den innigsten Kundgebungen bei schmerzensvollen Ereignissen. Es ist der erquickliche Gedanken- und Gefühlsaustausch zweier Männer, die ohne jede Spur von Sentimentalität,

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