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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 131

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Moritz Veit
Date
1910-01-01
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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131 er sich, da er damals Lebensbande geknüpft hatte, die ihm eine Praktische Lebensstellung und den damit verknüpften Erwerb notwendig machten, Buchhändler zu werden. Die treue Lebensgefährtin, die er damals an sich fesselte, war Johanna Elkan aus Weimar, die ihn um Jahrzehnte überlebte (sie starb 1891) und sein Andenken stets treu wahrte. Mit seiner Gattin gestaltete er sein Haus zu einem belebten und geistig angeregten; gestärkt durch schönen häuslichen Frieden entfaltete er eine reiche allgemeine Tätigkeit. Seine Buchhandlung, der er bis 1861 Vorstand, gehörte zu den geachtetsten, wenn auch nicht erfolgreichsten. Er selbst wurde von seinen Kollegen mit vielfachen Arbeiten betraut, wo es galt, die Ehre des Standes zu wahren und die Verhältnisse des Buchhandels zu regeln. Acht Jahre lang war er Vorsteher der Leipziger Buchhändlerbörse. Auch der Stadt und dem Staate, in denen er lebte, widmete er seine Kräfte. Er war 1848 Mitglied des deutschen Parlaments und von 1858 an Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses. In beiden Körperschaften bewährte er sich als ein fleißiger und gewissenhafter Arbeiter, trat dagegen selten als Redner auf. Wenn er aber sprach: in allgemeinen, in jüdischen Angelegenheiten, oder in Fragen seines Standes, zeigte er Ernst der Gesinnung, gediegene Kenntnis und würdiges Auftreten. Er war ein politisch freisinniger aber gemäßigter Mann, der von jedem extremen Schritte abriet, und auch in den gegen Ende seiner politischen Wirksamkeit sich zuspitzenden Militärdebatten den Kampf nicht aufs äußerste treiben wollte. Dem Dienste der Stadt widmete er sich länger als 20 Jahre, als Stadtverordneter, später als Stadtrat, zuletzt als Vorsteher-Stellvertreter der Stadtverordneten- Versammlung. Sein Interesse und seine Arbeitskraft wandte er hauptsächlich der Gewerbedeputation und den Angelegenheiten der Schul- und Waisenpflege zu. Diese kurze Skizze des Lebensganges Veits, für die ich mich an die Einleitung seines von mir herausgegebenen 9*

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