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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 96

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Zur ältesten Geschichte des Christentums
Date
1910-01-01
Page
Seite 96 (sequence 8)
Language
German
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96 dener jüdischer Gaukler und Abenteurer, die Unheil über das jüdische Volk brachten, und schließt den Bericht mit den Worten: „So kain es, daß die Juden um der Ruchlosigkeit jener vier Menschen willen aus Rom vertrieben wurden" (Ende des dritten Kapitels des 18. Buches). Zwischen diesen beiden Erzählungen nimmt sich der Bericht über das Auftreten Jesu und die Entstehung des Christentums wie eine, freilich ungewollte, Satire gegen das Christentum aus. Eine Äußerung des Josephus über Jesus, sei es eine günstige oder ungünstige, war aber in älterer Zeit überhaupt nicht bekannt. Die drei letzten Bücher der Altertümer (18—20) sind handschriftlich nur in drei Exemplaren aus dem elften Jahrhundert vorhanden. Das Vorhandensein des in Frage stehenden Passus in diesen Handschriften beweist nichts für dessen Echtheit, da er bereits von Eusebius (in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts) erwähnt wird. Um diese Zeit war also bereits der Zusatz in Josephus' „Altertümern" — an unpassender Stelle — angebracht Hingegen hatOrigenes, dem die Stelle über Johannes und die über Jakobus, „den Bruder Jesu Christi" (s. weiter unten) bekannt waren, den Bericht über Jesus im Josephus nicht vor sich gehabt. In seiner Streitschrift gegen Celsus versucht er den Einwand seines Gegners zurück;uweisen, dap die Juden von Jesu Auftreten und Wirken nichts berichten. Er führt nun Josephus als Gewährsmann an, zitiert die Äußerung über Johannes und die über Jakobus, die ihm allerdings in einer anderen Form vorlag. weiß aber kein Wort von dem Passus über Jesus selbst Es ist dies ein klarer Beweis dafür, daß Jesus da überhaupt nicht erwähnt wird. Hätte da etwas Ungünstiges über Jesus gestanden, so würde sich wohl Ocigenes die Mühe gegeben haben, auch die Angriffe des Josephus zurückzuweisen, und überhaupt wäre sein Verhalten zu dem jüdischen Geschichtsschreiber ein minder freundliches gewesen. Als Beweis für die Echtheit dieses Passus wurde vielfach die bereits erwähnte Stelle über den Tod des Jakobus

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