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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 94

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Zur ältesten Geschichte des Christentums
Date
1910-01-01
Page
Seite 94 (sequence 6)
Language
German
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94 Umstand zu legen, daß an dieser Stelle die Festung Machärus als im Besitze des Tetrarchen Herodes Antipas erwähnt wird, während kurz zuvor, in dem vorangehenden Passus, von Josephus ausdrücklich hervorgehoben wird, daß diese Festung, in die sich des Herodes erste Gemahlin zu ihrem Vater, dem nabathäischen König Aretas, geflüchtet hat, „unter der Botmäßigkeit dieses Königs gestanden habe." Um diesen Widerspruch zu beseitigen, haben verschiedeneForscher die kühnsten und scharfsinnigsten Erklärungen unternommen, und Hitzig (Gesch. des Volkes Israel S. 667) verflieg sich sogar zu der Behauptung, daß die erste Stelle bei Josephus ein Einschiebsel sei. Mehr aber noch als dieses äußere Moment sprechen gewichtige innere dagegen. Josephus soll einfach für seine heidnischen Leser geschrieben haben: „Die Tötung Johannes des Täufers", ohne auch nur mit einem Wort zu erklären, was diese fremdartige Bezeichnung bedeutet (Grätz das.)! Und dann die salbungsvollen Worte, mit denen Josephus die Wirksamkeit des Johannes gekennzeichnet haben soll: „Dann werde, verkündigt er, die Taufe Gott angenehm sein, weil sie die Taufe nur zur Heiligung der Leiber, nicht aber zur Sühne für ihre Sünden anwendeten; die Seele nämlich sei dann ja schon vorher durch ein gerechtes Leben entsündigt." Dies klingt nach einer Homilie aus der Feder eines Judenchristen, der gegen die Annahme polemisiert, als ob die Taufe allein genügen könnte, den Menschen zn entsündigen, was in den paulinischen Kreisen so häufig behauptet worden ist. Was sich über diese Stelle bei Josephus sagen läßt, ist nur, daß sie schon ziemlich früh da hinein gekommen sein muß, da sie Origenes bereits gekannt hat und Eusebius sie vollständig zitiert (Schürer a. a. O. S. 438), und daß die Interpolation nicht allzu ungeschickt gemacht wurde — soweit eben ein judenchristlicher Autor seine Meinung dem Josephus, der diesen Dingen völlig fern stand, in den Mund legen konnte. Eine größere Bedeutung hat die Stelle über das Auftreten Jesu Christi und seinen Tod. In der fast unübersehbaren Literatur über die Frage der Echtheit oder

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