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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 86

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Esra
Date
1910-01-01
Page
Seite 86 (sequence 19)
Language
German
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86 monds-, Sabbath- und Fasttagen, noch ein drittes Mal zur Zeit der Opferdarbringung im Tempel zu Jerusalem, bestimmte. Gebete verrichten sollte* 2 3 4), damit er stets daran denke, daß er ein Kind und Diener Gottes und ein Glied des Volkes sei, das Gott zum Träger seiner unerforschlichen Pläne bestimmt hat. Dies hatte zur Folge, daß an allen Orten, wo eine größere Anzahl Juden ansässig war, nach und nach Bethäuser errichtet wurden, in denen die Ortsbewohner sich zum Zusammenbeten versammelten. Allmählich bildeten sich auch zusaminengeschlossene Gemeinden, die, besonders in großen Städten, an ihren Synagogen zehn gelehrte Männer^) anstellten, die frei von Sorgen um das tägliche Brod, sich ausschließlich der regelmäßigen Abhaltung und Leitung des Gottesdienstes, dem Lehramte und der Gemeindeverwaltung b) widmeten. Den integrierenden Teil des Gottesdienstes aber bildete die Vorlesung aus den fünf Büchern Mose, die man für den Gebrauch beim Gottesdienste auf Pergamentrollen niederschrieb und, zu einem Ganzen zusammengeheftet, als das Allerheiligste des jüdischen Volkes in jedem Gotteshause in einer besonderen Lade, Höchal genannt, ausbewahrte. Zu den übrigen großen Schöpfungen, die Esra und seinem Kollegium zugeschrieben werden, gehört auch die feierliche Ausgestaltung des Sabbats und der Feste zu Tagen der Weihe und Heiligung des Lebens. Sie haben den Feiertag und ganz besonders den Sabbat in einen der geistigen Nahrung, nicht nur der körperlichen Erholung geweihten Tag verwandelt, und demgemäß angeordnet, * den Ruhetag auch durch äußerliche Merkmale in Kleidung und Nahrung 4) auszuzeichnen und seinen Ein- und Ausgang durch besondere Gebete (Kiddusch und Habdallah) zu segnen 5). Esra und seine Gesinnungsgenossen haben mit diesem ihrem Werke dem jüdischen *) Berachoth 33 a. 2) Megillah 5 a. 3) Baba Karnma 82a; stehe Raschi zur Stelle. 4) Baba Kamma 82 a. 5) Berachoth 83b.

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