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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 84

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Esra
Date
1910-01-01
Page
Seite 84 (sequence 17)
Language
German
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Gesetzes galten. In dieser Beziehung glich er dem Propheten Samuel, der unbekümmert um seine Abstammung aus dem Hause Levi, dessen Nachkommen zu Gesetzeslehrern prädestiniert waren, die Pforten seiner Prophetenschule allen Lern- und Wißbegierigen öffnete, ohne zu untersuchen, ob sie dem Stamme Levi oder einem anderen Stamme in Israel angehörten. Was indes Samuel und die ihm folgenden Propheten, insbesondere Elia, Elisa und Jesaia^) nur angebahnt hatten, indem sie einen Kreis von begabten Jüngern um sich sammelten und sie gewissermaßen als Lehrer für das Volk ausbildeten, ist von Esra nicht bloß fortgepflanzt, sondern aus eine rationellere Weise zur Ausführung gebracht worden. Die Pflicht des Jugendunterrichtes oblag in Israel stets den Eltern: der Vater war angewiesen, sein Kind in der Lehre zu unterweisen^). Diese Pflicht wurde aber, wie so viele andere, von den meisten Vätern, teils aus Unwissenheit, teils aus Mangel an Pflichtbewußtsein, nur selten getreulich erfüllt. Esra beschränkte sich daher nicht auf die von ihm getroffene Bestimmung, die Thora dreimal wöchentlich zu verlesen. Diese Anordnung hatte ja nur den Zweck, die Erwachsenen, welche bis dahin eine Vorlesung aus der Thora nur einmal in sieben Jahren, am Hütten feste des ErlaßjahreZb) zu hören bekamen, mit dem Inhalt der Väter Lehre vertraut zu machen. Ihm aber lag es hauptsächlich daran, die Kenntnis der Thora in die Herzen der Jugend zu pflanzen, in deren geistigen Entwickelung allein er die sicherste Bürgschaft für das Gedeihen seines Volkes in der Zukunft erblickte Er gründete nun, allerdings zunächst in Jerusalein, eine öffentliche Lehranstalt für die Jugend, stellte gewissenhafte Lehrer mV*), und legte so den Grundstein für die jüdische Volksschule, die Josua ben Gammla später in allen Städten des Landes ein- I. Könige 19, 19; II. Könige 2, 3—5; Jesaia 8, 16.. 2) Deuteron 6, 7. °) Jbid. 31, 10. 4) Baba Batra 21 b.

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