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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1910-01-01 · 13 (1910) · p. Seite 78

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
13 (1910)
Article
Esra
Date
1910-01-01
Page
Seite 78 (sequence 11)
Language
German
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78 rotten, daß kein Bleiben mehr wäre und keine Rettung? Und nun sind wir in unserer Schuld vor dir, und wie könnten wir dabei bestehen" Z. Die Wirkung dieser tiefempfundenen Worte blieb nicht aus. Das um Esra sich immer mehr ansammelnde Volk, Männer, Frauen lind Kinder, erkannte plötzlich, als wäre es bisher mit Blindheit geschlagen, die Schwere seiner Schuld und die Größe der daraus entstehenden Gefahr für seinen und der heiligen Lehre Fortbestand, gelobte Besserung und forderte Esra auf, das Grundübel mit der Wurzel auszurotten. Esra benutzte die so günstige Gelegenheit und, der Anregung eines gewissen Sechanja folgend, ließ er das anwesende Volk, Gott zum Zeugen anrufend, einen heiligen Eid schwören, nicht nur zukünftig keine Ehen mit götzendienerischen Völkern einzugehen, sondern auch die bereits geschlossenen derartigen Ehebündnisse zu lösen und die fremden Weiber samt deren Kinder aus der jüdischen Gemeinschaft auszuschließen. Fast alle Würdenträger Jerusalems, die Mitglieder der geistlichen Aristokratie und die Familien der Hohe-Priester voran, bekannten ihre Schuld, suchten sie durch ein öffentliches Sühnopfer zu büßen und gelobten, sich Esras Anordnungen zu fügen und ihn in seinem Eifer für Gott und sein Gesetz kräftig zu unterstützen. Alsdann wurde in allen Städten des Landes durch Eilboten der Beschluß der Aeltesten und Oberen in Jerusalem verkündet, daß alle „Söhne des Exils" sich binnen drei Tagen in der heiligen Stadt einfinden sollten; widrigenfalls wurde ihnen angedroht, würden ihr Hab und Gut konfisziert und sie selbst aus der jüdischen Gemeinschaft ausgestoßen werden. Die Bewohner der Landstädte folgten willig dem an sie ergangenen Rufe, versammelten sich allesamt vor Ablauf der festgesetzten Frist auf dem Platze vor dem Tempel und harrten zitternden Herzens den kommenden Dingen entgegen. Da stand Esra auf und sprach zu ihnen: „Ihr habt untreu gehandelt, und um die Schuld Israels zu mehren, heidnischeWeiber heimgeführt. So bekennet denn eure ') Jbid 9, 14-15.

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