Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Esra
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3111067-3111092-3115385--3483-3115482- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
75 Wohl eine Anzahl von (Mebinim) Schriftgelehrten und (Kohanim) Priestern, aber keine Leviten zur Bedienung der Priester und keine (Nethinim) davidischen Sklaven für den niedrigen Tempeldienst sich befanden. Um nun solche zu erlangen, schickte Esra mehrere angesehene Männer seines Gefolges zu einem hochgestellten Manne namens Jddo in Casiphia x) und ließ ihn bitten, die^in diesem Orte wohnenden Leviten und Nethinim zu beeinflussen, daß sie sich dem Zuge nach Jerusalem anschlössen. Jddo willfahrte gern Esras Wunsch und schickte ihm achtunddreißig Leviten und zweihundertzwanzig Nethinim^), die sich den Auswanderern, deren Seelenzahl nunmehr zirka 1800 betrug, zugesellten. Esra unterließ es, wie er selbst berichtet, den König Artaxerxes um eine Geleitstruppe zu bitten, die ihn und feine Leute auf der Reise vor räuberischen Überfällen und sonstigen Anfeindungen schützen sollte; denn er vertraute auf den Beistand Gottes und auf die Begeisterung und Tapferkeit seiner Gefolgschaft, die ebenso wie er in Gott ihren Führer und Geleiter sah und auf jeden anderen Schutz verzichten zu dürfen glaubte. . Ehe sie aber weiter aufbrachen, veranstaltete Esra ein allgemeines Fasten, und sie beteten alle inbrünstig zu Gott, daß er seine schützende Hand über sie halten und sie glücklich das Ziel ihrer Sehnsucht erreichen lassen möge. Dann ließ Esra die Spenden an Gold, Silber und kostbaren Geräten, die ihm für den Tempel in Jerusalem übergeben wurden, genau aufschreiben und vertraute sie einer von Priestern und Leviten gebildeten Kommission an, mit der strengen Weisung, sie nur den Obersten der Priester und Leviten in Jerusalem auszuhändigen. Hierauf setzten sie die Reise fort und legten den weiten gefahrvollen Weg,' als hätten sie, wie einst ihre Väter nach dem Auszuge aus Ägypten, unsichtbare Gottesboten geschützt und begleitet, ohne jeglichen Unfall in vier y Esra 8, 17. 2) Grätz (Bd. II, 2, S. 120) gibt die Zahl der Nethinim mit 120 an, was wohl ein Druckfehler ist.