Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 32)
- Language
- German
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können wir zweifellos S. D. Luzzatto bezeichnen. Trotzdem muß doch zugegeben werden, daß die Zahl jüdischer Gelehrte, die in diesem Fache Bleibendes geschafft haben, verhältnismäßig klein ist. Die Erklärung ist in dem Umstande zu suchen, daß Juden in Deutschland und auch in manchen anderen Staaten seltener zu einer Universitätsprofessur zugelassen werden; das Studium der hebräischen Sprache kann sehr schwer im Nebenberuf gefördert werden. Das Verdienst derjenigen jüdischen Gelehrten, die trotz dieser Schwierigkeiten das Studium der hebräischen Sprache gepflegt haben, ist daher um so mehr anzuerkennen. Im letzten Jahre ist manche gediegene Schrift aus diesem Gebiete erschienen. Ein frommer Wunsch bleibt er freilich vorläufig, daß man die Entwickelung der hebräischen Sprache in ihren Wortbildern mehr Beachtung schenke. In Talmud und Midrasch liegt reichliches Sprachgut vor und auch gemünztes Gold der Sprache; unter der zuletzt erwähnten Bezeichnung verstehe ich die Anwendung des Wortes in der üblichen Redewendung. Seit Luzzatto ist man zu wenig in die tiefen Schachten der hebräischen Sprache gedrungen, aus denen noch so viel zu holen wäre. Jedenfalls aber ist es erfreulich, daß das Interesse für die wissenschaftliche Erforschung der hebräischen Sprache in der letzten Zeit zugenommen hat. Von größeren Arbeiten auf diesem Gebiete ist zu erwähnen: „Uebungsbuch zu der hebräischen Schulgrammatik für Gymnasien" von I. P. Baltzer. Von I. Pizzi's „Elementa grammaticae hebraicae“ ist die 5. Auflage erschienen; von C. Steuernagel's hebräischer Grammatik (in der Sammlung „Porta linguarum orientalimn“) liegt die 4. Auflage vor. In englischer Sprache erschien eine beachtenswerte Studie über das Verhältnis des Mischna-Hebräisch zu dem biblischen Hebräisch in seiner grammatikalischen Entwickelung von M. H. Segal. Mit diesen Arbeiten verwandt ist die Studie Im. Löw's: „Aramäische Schlangennamen", eine Schrift, die wie alle anderen gründlichen Arbeiten dieses aus dem Gebiete der aramäischen Sprachforschung so verdienstvollen Gelehrten