Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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60 Mal, daß dieses wundersame und eigenartige Buch, in welchem große Gedanken mit Banalitäten und groben Anthropomorphismen durcheinander geworfen sind, in einer modernen Sprache wiedergegeben wird. Eine ausführliche Besprechung dieses auch seinem äußeren Umfange nach großen Werkes würde den Rahmen dieser Revue verlassen. Wir sind unversehens auf das Gebiet der jüdischen Literaturgeschichte geraten. Da haben wir vorerst das große grundlegende Buch des in diesem Jahre uns so früh und jäh entrissenen Gustav Karpeles zu erwähnen: seine „Geschichte der jüdischen Literatur", die wenige Monate vor seinem Tode in zweiter, gänzlich umgearbeiteter Auflage erschienen ist. Es war dies seine erste größere Arbeit auf dem Gebiete der Wissenschaft des Judentums, und sie hat ihn gleichsam bis zu seinem Tode beschäftigt. Es liegt darin, daß wir dies unentbehrlich gewordene Buch in unseren diesjährigen literarischen Bericht aufnehmen, eine eigenartige Wendung des Schicksals. Denn niemals hätte dieser bescheidene und jedes Hervortreten seiner Person scheuende Gelehrte gestattet, daß in dem von ihm begründeten und zwölf Jahre hindurch hingebungsvoll redigierten „Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur" seiner Arbeit auch . nur mit einem Worte erwähnt würde. Uber das Buch selbst hier ausführlich zu schreiben ist wohl nicht angängig; seine Bedeutung ist allerseits vollauf anerkannt worden. Den' Verfasser der diesjährigen literarischen Revue berührt es schmerzlich, daß er nun an Stelle des . Verewigten, dessen Bericht stets so beifällig ausgenommen wurde, über die neuesten Erscheinungen des Jahres den Lesern des Jahrbuches zu berichten hat. Für Schulzwecke hat A. Biach veröffentlicht „Proben zur jüdischen Literatur" als Ergänzung zu dem „Lehrbuch der jüdischen Geschichte und Literatur" von M. Kayserling. In französischer Sprache schrieb E. Bassel über die volkstümliche Literatur der Juden in Tunis, von welchem Werke jetzt das vierte (und letzte)