Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 13 (1910)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3111067-3111092-3115384--3448-3115448- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
41 eigenartige Forschung, welche den Einfluß der Prophetie auf einen modernen Dichter aufsucht, finden wir in dem Buche von A. Rogers: „Prophecy and poetry“, Studien über Jesaja und Browning. Mit der Angabe dieser selbständigen Schriften, von denen, was zu vermerken ist, ein verhältnismäßig großer Teil England und Holland angehört, ist der Umfang der Publikationen über die Bibel und über biblische Themata bei weitem nicht erschöpft. Es gibt noch eine fast unübersehbare biblische Forschung in verschiedenen Fachzeitschriften in deutscher, englischer, holländischer und französischer Sprache, in denen in gewissem Sinne Kleinarbeit auf diesem Gebiet geleistet wird, deren Wert aber mitunter sehr groß ist. Auf ein sehr nützliches Buch zur Bibelforschung, das in hebräischer Sprache geschrieben und abseits des Büchermarktes geblieben ist, möchte ich noch aufmerksam machen. P. Finfer in Wilna befaßt sich mit einem längst gerügten, aber leider nicht mehr abzuhelfenden Ubelstand, mit der sinnlosen Kapiteleinteilnng der Bibel, die uns ein katholischer Geistlicher im 13. Jahrhundert aufgehalst hat, und die wir seitdem nicht mehr los werden können. In die hebräische Bibel hat sie zuerst Isaak b Nathan durch feine hebräische Bibelkonkordanz (1437—48) eingeführt. Finfer behandelt die masoretische Kapiteleinteilung unter Benutzung vieler Handschriften mit großer Gründlichkeit und Ausführlichkeit. Sein Buch verdient Beachtung; es ist als Widmungsschrift zum 76. Geburtstag A. Berliners erschienen (bei dieser Gelegenheit möchte ich auch auf die reichhaltige Jubiläumsschrift „Birkath Abraham" Hinweisen). * * Es gab eine Zeit, in den fünfziger und sechsziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, wo sich alle Welt für die Naturwissenschaft und die materialistische Philosophie interessierte. Man wollte erfahren, „wie es geworden" sei. Nicht nur Fachmänner beschäftigtensich mit Untersuchungen auf diesem Gebiete, sondern auch die