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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1925-01-01 · 26 (1925) · p. Seite 145

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
26 (1925)
Article
Die Juden im Amerika spanischer Zunge
Date
1925-01-01
Page
Seite 145 (sequence 51)
Language
German
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— 145 — 39) Auch in den zahlreichen zu Rate gezogenen Chroniken und Werken aus der Kolonialzeit habe ich das Wort „israelita“ nur zweimal u. zw. in einem Buche über die Geschichte Cubas von Jgnacio Joss de Urutia gefunden; die Schrift wurde im Fahre 1791 verfaßt, als die Revolution schon fast an die Pforten des lateinischen Amerika klopfte. Jbarra, Historia del Mundo modemo. Bd. 23, Kap. 6. 41) Meuna-Macena, Loque fue la Inquisicion de Cliile. 42) Llorento, Historia de la Inquisicion. Kap. 21. 43j 3 B. Rodriguez, Historia de la Inquisicion. H, Kap. 47. Vergleiche auch Garcra, Docmnentos ineditos. V, Kap. 1. 44) Da der Familienname Rodriguez bis auf den heutigen Tag sehr häufig ist. so legte sich Franzisco Rodriguez den Beinamen „Matos" zu. Bisweilen wird er auch „de Matos" genannt, so daß anzunehmen ist, daß Matos sein Heimatsort war Derartige Doppelnamen werden wir noch oft finden. Ist der zweite vom ersten durch das Wörtchen „y" (und) oder durch gar keinen Partikel getrennt, so bedeutet er den Familiennamen der Mutter. Der Sohn des Franzisco Rodriguez konnte sich daher „Rodriguez y Carvajal" oder „Rodriguez de Matos y Carvajal" nennen. In den Akten wird er allerdings meist nach dem mütterlichen Großvater Manuel de Carvajal genannt, vermutlich weil er von mütterlicherseite adlig war. Bei Frauen bedeutet jedoch „de* vor dem zweiten Namen die Familie ihres Mannes, während der erste ihr Mädchenname ist. Eine Tochter des Franzisco Rodriguez, die sich mit einem gewissen Lena verheiratete, nennt sich Catalina Rodriguez de Lena y de la Cueva. Das würde auf deutsch heißen: „Frau Käte Lena geborene Rodriguez, Schwiegertochter der Frau Lena aus dem Adelsgeschlechte der „la Cueva". Auf diese sehr einfache Art erklären sich die pompösen Namen, die wir im Laufe unserer Betrachtungen noch oft finden werden und die noch jetzt üblich sind. Bisweilen — namentlich wenn es sich um einfache Leute handelt — wenden die Akten auch ein stark abgekürztes Verfahren an, indem sie dem Mädchennamen einer Frau einfach das Wort Senora oder Dona vorsetzen, also in unserem Falle einfach Senora Catalina Rodriguez. „Don" für Männer und „Dona" für Frauen war nur bis zum 15. Jahrhundert ein Adelstitel, später eine bloße Höflichkeitsform Sie wird aber immer nur mit dem Vornamen und niemals mit dem Familiennamen in direkte Verbindung gebracht, entspricht also genau dem „Reb" im „Jidisch". Man kann daher Don Franzisco oder Don Franzisco Rodriguez, aber niemals Don Rodriguez sagen. Heute gilt die Anrede Dona schon beinahe als vulgär, Don ist dagegen sehr gebräuchlich. 45) Medina, Historia de la Inquisicion de Mexico. 46) Sie schworen im nächsten Autodafe öffentlich ab und mußten der Bestrafung und Verbrennung ihrer Freunde und Verwandten beiwohnen.

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