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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1925-01-01 · 26 (1925) · p. Seite 143

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
26 (1925)
Article
Die Juden im Amerika spanischer Zunge
Date
1925-01-01
Page
Seite 143 (sequence 49)
Language
German
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— 143 - 16j Llorento, Historia eritica de la Inquisicion. Kap. 21. 17) Torquemada, Los veinte y un libros rituales, HI, Buch 2, heißt es: „Denn die Juden sind in der heiligen Schrift bewanderte Leute und sündigen nur aus lauter Bosheit. Es genügt daher, wenn der Prediger die Wahrheit des göttlichen Gesetzes vorschlägt, dies ist genügend Propaganda für dieses Volk. Die Mohammedaner können vielleicht durch Unwissenheit an der Wahrheit des göttlichen Wortes zweifeln." Derselbe Verfasser empfiehlt dagegen für die heidnischen Indianer die größte Geduld und Schonung. 1S) Unter „Gauchos" versteht man die halb nomadenhaften Mischlinge der Pampas-Ebene. Das Wort leiten einige von dem hebräischen „geck“ (— voe) oder dem arabischen „gack“, der Hirt, ab. Nach anderen kommt es von dem Worte „guazo“ (Landmann) der Charrua-Jndianer oder sogar von dem lateinischen „gaudeo“ (Diccionario Argentino von Garzon). In einigen jüdischen Ackerbaukolonien Argentiniens ist unter den Farmern das Wort „Pundek" für Gaucho gang und gäbe. Obgleich diese Siedlungen noch nicht viel über 25 Jahre existieren, konnte mir niemand den Ursprung des Wortes angeben, trotzdem alle erklärten, daß es sich auf amerikanischem Boden gebildet habe. Schließlich machte man mich darauf aufmerksam, daß in der aramäischen Sprache „Pundek" soviel wie Herberge bedeutet. Es ist daher wahrscheinlich, daß irgend ein Talmudbeflissener dies Wort zuerst auf die Gauchos, die Wanderer, Nomaden anwendete. Das Wort wurde in den Sprachgebrauch der Kolonisten ausgenommen, der Ursprung aber völlig vergessen. Da die Gauchos wenig seßhaft sind, und speziell die Ackerbaukolonien nur durchziehen oder sich für bestimmte Arbeiten in denselben kurze Zeit aufhalten, so ist die Bezeichnung Nomade alias Pundek für dieselben leicht erklärlich. 19) Facundo, Kap. 2. 20) Domingo F. Sarmiento, Conflicto y armonia de las razas en America. 1883 Kap. I. 2 J) Vicente Lopez, Manual de la Historia Argentina. Kap. 44, § 9. Die arabischen Blutstropfen sind aber wohl nur gering im Verhältnis zu den jüdischen, denn in den ersten 20 Jahren nach Gründung der Inquisition zu Lima waren von 1467 Häftlingen nur fünf als Mohammedaner, dagegen 243 als Juden verdächtig. 22) Conf iicto y armonia. Kap. IV. Die erwähnten Familiennamen sind Enriquez, Abendana, Castro, Silva, Prado, Capadoso, Bega, Teiles, Ergan, Faro, Mezquida, Lobo, Belmonte, Chaves, Nuüez, Lopez, Mendez, Diaz, Vivien, Alvarez-Zoto, Geel, Mas, Brandon, Selenio, Leon Die Endsilbe „ez" entspricht dem „sohn" in deutschen Namen. Lopez ist also gleichbedeutend mit „Wolfsohn", Enriquez „Heinrichsohn"; Castro bedeutet „der Beschnittene", „Capadoso" hat ungefähr denselben Sinn. Telliz ist im modernen Spanisch eine lange Decke, der Name Tellis hängt also wohl mit „Tallis" zusammen, Prado heißt „Wiese", Lobo „Wolf", Faro „Leuchtturm",

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