Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 26 (1925)
- Article
- Die Juden im Amerika spanischer Zunge
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 45)
- Language
- German
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139 — die also bereits 75% kaukasisches Blut besaß. Zu derselben Familie haben offenbar noch zwei andere Terzeroninnen% gehört, die Juana Rodriguez del Bosquv und Maria Rodriguez del Bosqu« genannt wurden. Dem Wohnorte nach waren die meisten Verurteilten in der Stadt Mexiko oder in Veracruz ansässig, so daß wohl in diesen beiden Orten ganze Gemeinden existierten. Aber auch Bewohner von Centralamerika, wie der Provinz Neu Galicia (heute Arizona) sind unter den Marranen vertreten. Aus den Berufsarten sehen wir, daß die Hebräer in Mexiko fast ausschließlich dem wohlhabenden und gebildeten Bürgerstande angehörten. Viele waren Großkaufleute, eine Art Welthaus scheint der im April 1649 verbrannte Simon Vaez Casteloblanco besessen zu haben. Die Chroniken berichten, daß er in Spanien, Livorno und anderen Orten Geschäftsverbindungen hatte, und in ganz Neu-Spanien zahlreiche Filialen und unbeschränkten Kredit besaß. Sein Handel erstreckte sich „vom Kümmelkorn bis zum Diamanten, vom groben Leintuch bis zum Brokatstoff." Zahlreich waren die Aerzte unter den Verurteilten, auch einige Bergwerksbesitzer sind zu finden. Ebenso hatten die fteien Künste ihre Vertreter unter den verstockten mexikanischen Juden; der aus Madrid stammende Pedro de Mercado war dramatischer Dichter, Antonio Lopez ein Opernkomponist und Sänger, Gabriel de Granada wird als Student der Rhetorik bezeichnet, Soldat war der Hauptmann Francisco Gomez de Medina, Rechtsbeflissene der bischöfliche Sekretär Melchior Suarez und der Notar Maises Rodriguez del Campo. Auch die hebräische Wissenschaft war nicht ohne Pflege im Vizekönigreiche, wenn sie auch erklärlicherweise sich nicht öffentlich zeigen konnte. Manuel Morales. Matos Rodriguez, Tomas Tribino sind uns als ihre Vertreter bereits bekannt; neben denselben wären noch als Gesetzeslehrer zu erwähnen der im Jahre 1649 verbrannte Antonio Vaez sowie Bianca Enriquez de Senilla, der im Kerker den Foltern erlag und dessen Leichnam als der eines hartnäckigen und verstockten Sünders den Flammen übergeben wurde.' Bei einigen Marranen wird angegeben, daß sie beruflos