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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1925-01-01 · 26 (1925) · p. Seite 137

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
26 (1925)
Article
Die Juden im Amerika spanischer Zunge
Date
1925-01-01
Page
Seite 137 (sequence 43)
Language
German
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IRI
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— 137 — Wie die Men berichten, „von ihrer Sekte wie eine Heilige verehrt". Mit ihr erlitt eine andere alte Dame. Ana Gomez, den Flammentod, denn sie blieb standhaft, obgleich noch auf der Richtstätte ihre eigenen Söhne und Schwestern sie flehentlich baten zu widerrufen, um das Schlimmste abzuwenden. Unter den Männern erregte den besonderen Haß der Inquisitoren Tomas Trebino. ein gewandter und beredter Verteidiger seines Glaubens. Man knebelte ihn daher, und als man ihn zur Richtstätte führen wollte, scheuten, wie die Legende berichtet, vor einem so großen Sünder sieben Maultiere und ein magerer, alter Gaul, so daß ihn ein stämmiger Indianer huckepack zur Richtstätte tragen mußte. Man hatte Mühe, das fanatisterte Volk abzuhalten, daß es Trebino nicht lynchte; als letzten „Bekehrungsversuch" verbrannte man ihm erst Bart und Gesicht, doch weigerte sich das Opfer durch Zeichen mit dem Kopfe, die Taufe anzunehmen, und scharrte ungeduldig mit den Füßen das Reisig auf dem Scheiterhaufen zusammen, den man dann auch bald anzündete. Sein Tod erregte bis nach Europa Aufsehen. ^°) Manasse ben Israel spricht von Trebino und ein zur selben Zeit lebender spaniolischer Schriftsteller Miguel de Barrios Widmet ihm in seinem Buche „Luzes de la ley divine“ (Lichte der heiligen Lehre") ein Sonett, das in freier deutscher Uebersetzung also lautet: „Drei Lustren hinter feuchten Kerkerwänden, Umklirrt von Ketten seinen Leib den schwachen, So trotzt Trebino stets mit heil'gem Lachen Den Schächern, die ihm martern Geist und Lenden. Gleich Job nicht klagt er mürrisch seinem Lose, Vertrauet Gott im Schlafe und im Wachen. Nicht Qual noch Folter kann ihn wanken machen Aus seinem Pfad, den schmückt des Glaubens Rose. Nicht schrecket ihn des Scheiterhaufens Feuer, Gleich Jsak auf Morijahs steiler Höhe Neigt er sich, fromm, daß Gottes Wunsch geschehe. Und folgt der Lehre Moses, die ihm teuer.

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