Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 26 (1925)
- Article
- Die Juden im Amerika spanischer Zunge
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 34)
- Language
- German
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— 128 — Juan Rodriguez de Selva, Fabian Granadas, Francisco Baez u. s. w. Sie wurden alle in effigi© verbrannt. Zahlreich waren die Marranen, welche in demselben Autodafe gegeißelt und dann zu lebenslänglichem Zuchthause oder vieljähriger Galeerenstrafe verurteilt wurden, da sie im letzten Momente widerriefen. Es waren darunter allein sieben andere Mitglieder der Familie Rodriguez, nämlich vier Männer (Sebastian, Pedro, Duarte, Andres) und drei Frauen (Violante, Jsabella, Constanza). Andere, die früher zu Kreuze krochen, kamen bester davon. So erhielt Manuel Rodriguez sechs Jahre Zuchthaus. Jndamant Franzico Rodriguez wurde nur gegeißelt und auf zwei Jahre aus dem Lande verwiesen, während Geronimo Rodriguez nur abschwor und vierhundert Goldpeso Strafgeld zahlte. Von den übrigen, nicht zur Familie Rodriguez gehörigen Marranen soll nur Daniel Benitez erwähnt werden. Die Akten bezeichnen ihn nämlich trotz seines spanischen Namens als einen „deutschen Schneider aus Antwerpen". Er war ursprünglich als des Protestantismus verdächtig eingekerkert worden, bekehrte sich im Gefängnis durch den Einfluß des „erleuchteten Josefs" zum Judentum, kam aber damit bei seinen Richtern vom Regen in die Traufe. Bei der Frau des zu lebenslänglichem Kerker verurteilten Jorge Alvarez namens Ana Baez de Alvarez begnügte sich das Glaubenstribunal mit einem öffentlichen Reuebekenntnis, und gab ihr darauf das konfiszierte Vermögen zurück. Eine derartige Großmut ist der einzige Fall, den der Verfasser in allen Prozeßakten hat finden können. Es ist daher wohl anzunehmen, daß die irdischen Schätze dieser Frau nicht gerade hervorragend groß gewesen find.^) Eine begeisterte Schilderung dieses Autodafes finden wir im 19. Buch des schon erwähnten Werkes von Torquemada. Wir ersehen daraus, daß der Vizekönig Cuniga y Acebedo sowie der gesamte Adel das Fest mit ihrer Gegenwart verschönten, welches unter der Leitung der Inquisitoren Dr. Bartolome Lobo Guerrero und des Lizenziaten Alonso de Peralta stattfanden und fich „zur