Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 26 (1925)
- Article
- Die Juden im Amerika spanischer Zunge
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 21)
- Language
- German
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— 115 genießen. Oder sie feiern das Laubhüttenfest, indem sie das Haus mit grünen Zweigen ausschmück.en oder Lauben errichten und sich gegenseitig zu Gaste laden. Zu Chanuka zünden sie Kandelaber mit zehn (!) Lichtern an, die sie wieder auslöschen und dabei beten. Oder sie segnen sich bei Tisch nach jüdischer Sitte und trinken dabei Wein. Oder sie sprechen den jüdischen Segensspruch, indem sie dabei ein Glas Wein in die Hand nehmen, dann einige Worte sagen und jeJ>em29) einen Schluck abgeben. Oder sie effen nur von Juden geschachtetes Fleisch, speisen an demselben Tische mit ihnen oder von ihnen zubereitete Gerichte. Oder sie beten die Psalmen Davids ohne das „gloria patri". Oder sie erwarten den Messias, oder sie sagen, daß der von Gott versprochene Messias noch nicht gekommen sei, oder daß er kommen wird, oder daß sie ihn erwarten, und er sie aus der Gefangenschaft, in welcher sie nach ihrer Meinung leben, erlösen und nach dem Lande der Verheißung führen werde. Oder wenn einige Frauen am vierzigsten Tage nach der Niederkunft in einem jüdischen Tempel eintreten. Oder wenn sie nach der Geburt eines Knaben die Beschneidung vornehmen, ihm einen hebräischen Namen beilegen und also nennen. Oder wenn sie nach der Taufe die Stelle, wo das Oel aufgetragen wurde, abwaschen oder abtrocknen. Oder wenn sie am siebenten Tage nach der Geburt eines Kindes eine Wasserschüssel aufstellen, dort Gold, Silber, Perlen, Weizen, Gerste oder andere Dinge hereinwerfen, das Kind mit diesem Wasser waschen und dabei einige Worte murmeln. Oder wenn sie ihren Kindern die Zukunft wahrsagen lassen. Oder wenn sie sich nach jüdischer Art verheiraten. Oder wenn sie vor einer Reise ihren Freunden Abschiedsmahle geben. Oder wenn sie jüdische Namen tragen. Oder wenn sie beim Backen aus dem Teig die Hebe nehmen und zur Reinigung der» bre,nnen. Oder wenn sie einen Sterbenden an die Wand drehen, oder den Toten mit warmen Wasser waschen, den Bart abscheeren, ihn in leinene Unterkleider und in ein Hemd kleiden, ihn mit einem Mantel zudecken, ihm. zu Häupten ein Kissen mit jungfräulicher Erde legen, in den Mund 8»