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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1925-01-01 · 26 (1925) · p. Seite 105

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
26 (1925)
Article
Die Juden im Amerika spanischer Zunge
Date
1925-01-01
Page
Seite 105 (sequence 11)
Language
German
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— 105 — den amerikanischen Jnquifitionsakten fast niemals von Anhängern des Islam, aber häufig von Juden die Rede, so daß der semitische Typus vieler Kreolen und Mestizen auf jüdische Vorfahren zurückzusühren ist. Ein argentinischer Geschichtsforscher sagt daher mit Recht: „Wenn wir unser Blut chemisch analysieren könnten, so würden wir nicht wenige gothische, arabische und jüdische Bluts- - tropfen finden."21) Sicherlich ist auf diese Ursache und eine ihnen selbst unbewußte Familientradition die Vorliebe altkreolischer Geschlechter für hebräische Vornamen zurückzuführen wie Aron, Benjamin, Jsmael, Sarah, Ester. Sarmiento führt in seinem schon erwähnten Werke die durchweg kastilianischen Namen des Synedrion und des Rabbinerseminars von Amsterdam sowie die einer Anzahl bedeutender jüdischer Zeichner und Druckereibesitzer des 16. Jahrhunderts^) und folgert daraus, daß die heutigen Träger dieser Familiennamen — die im lateinischen Amerika zu vielen Tausenden zählen — Nachkommen von Neuchristen, zwangsweise getauften Israeliten, seien. Daß sein eigener Name — der im deutschen „Weinrebe" bedeutet — ebenfalls verschiedene Male unter den von der amerikanischen Inquisition verurteilten Marranen vorkommt, scheint Sarmiento nicht zu wissen. Auch der Familienname „Leiva", offenbar eine umgeänderte Form von Levy, ist häufig in verschiedenen Ländern Amerikas unter den alteingesessenen Geschlechtern; Verfasser kennt zum Beispiel einen kreolischen Gutsbefitzer, Bruder eines ehemaligen Provinzialgouverneurs, der Moises Leiva heißt und trotz einiger Tropfen Jndianerbluts in seinen Adern ganz auffallend jüdischen Typus befitzt. Da dieser Herr in der Nachbarschaft einer jüdischen Ackerbaukolonie wohnt, so sprach er eines Tages seine Verwunderung aus von den israelitischen Farmern häufig als ein Glaubensgenosse betrachtet zu werden, bis ihm " erklärt wurde, daß, wenn jemand Moises Leiva heiße und von der Natur mit markant semitischen Gesichtszügen ausgestattet, wäre, er sich über derartige Jrrtümer nicht wunoern dürste.

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