Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 26 (1925)
- Article
- Die Juden im Amerika spanischer Zunge
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 7)
- Language
- German
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— 101 Rate zu folgen, und auf dem Rückwege erzählte ihm sein Führer, daß, als vor Urzeiten die ersten Indianer in die Kordilleren eindrangen, sie bereits hinter dem Fluffe diese Israeliten gefunden hätten. Als sie aber auch dieses Land erobern wollten, starben Plötzlich ihre Krieger dahin, so daß sie sich zurückzogen und nie mehr gewagt hätten „das Land der Hebräer" anzugreisen. Da aber die Indianer sich bald überzeugt hätten, daß dieses Volk in vielen Wissenschaften und Künsten, sowie auch in der Wahrsagekunst erfahren wäre, hätten seine Ahnen nach vielen Bitten die Erlaubnis erhalten, alle 70 Monate fünf Mitglieder der angesehendsten Familien an den Strom zu senden, um sich dort von den Israeliten belehren zu lassen. Außer vielen nützlichen Kenntnissen wäre ihnen unter anderem folgendes vorausgesagt worden: die Landung der Spanier in Amerika, das Erscheinen europäischer Segelschiffe im Stillen Ozean und die Ankunft Montesinos, den also Francisco schon erwartet habe. Jetzt hätten die Kordilleren-Jsraeliten den Indianern versichert, daß sie bald aus ihren Tälern Hervorbrechen und der spanischen Zwangsherrschaft ein Ende bereiten würden, um dann in der alten Welt ein Reich der allgemeinen Gleichheit und Glückseligkeit aufzurichten. Später, so endet Montefinos seinen Bericht, erschienen bei ihm im Hafen Honda drei andere Indianer, welche die Erzählung Franciscos in allen Punkten bestätigten, und erklärten, daß sein Führer, sie selbst und ein dritter durch sein Alter am Reisen verhinderter Gefährte die fünf Gesandten ihres Volkes seien, die sich alle 70 Monate mit den Vertretern der Israeliten träfen. So lautet in kurzem die Aussage Montesinos.^) Manaffe ben Israel bemüht sich nun mit einem großen Aufwand von Gelehrsamkeit — er zitiert nicht weniger als 24 hebräische Schriftsteller und 69 anderer Sprachen — zu beweisen, daß die Erlebnisse des Spaniolen und vor allem die Prophezeiungen im höchsten Grade . glaubwürdig seien, das Reich des Messias also unmittelbar bevorstehe. Ohne auf seine theologischen Gründe einzugehen, sind seine historischen und ethnologischen Hypothesen