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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1925-01-01 · 26 (1925) · p. Seite 76

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
26 (1925)
Article
Durch die Taufe zum Judentum
Date
1925-01-01
Page
Seite 76 (sequence 8)
Language
German
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— 76 — die seine jüdischen Erinnerungen und Stimmungen in seinem Leben, in seinem Werke spielten, eine solche Aneinanderreihung seiner zu den verschiedensten Zeiten, bei den verschiedensten Anlässen — in den verschiedensten Lagen gefallenen Aeußerungen gescheut hätte. Insbesondere hegte Karpeles Bedenken, Stellen aus vertrauten Briefen durch solch eine zweckvolle Zusammenstellung zu einer Bedeutung zu erheben, die ihnen der Verfasser bei der flüchtigen Niederschrift gewiß nicht geben wollte. Er sagte sich, daß Heine die betreffende Stelle garnicht oder doch ganz anders geschrieben hätte, wenn ihm der Gedanke gekommen wäre, daß sie in die Oeffentlichkeit gelangen würde. Besonders aber fürchtete Karpeles den Mißbrauch, den Böswilligkeit mit einer solchen Zusammenstellung treiben könnte. Der jüngere, zu so weitgehenden Bedenklichkeiten und Rücksichten minder gehaltene Herausgeber der „Confessio Judaica“ hat den Mut zu dieser Sammlung aufgebracht. Er hat viel Fleiß, hat allen Eifer und oft auch eine gewissenhafte Kritik an seine Arbeit gewendet. Da überdies ein sehr wertvolles Dokument menschlicher Seelenkämpfe, menschlicher Gemüts¬ und Gewissensnöte hierbei zutage getreten ist, dürfen wir das Werk als eine Bereicherung unserer Heine-Literatur wie unserer religiösen Literatur dankbar begrüßen. Einen aufschlußreichen Beitrag zur Psychologie der Taufe bedeutet sie jedenfalls. Wenige Dichter der klassischen Zeit, der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts insbesondere, haben sich soviel, so oft, so eindringlich mit religiösen Skrupeln und Erörterungen befaßt wie der als frivol verschrieene Heine. Einen massiven Band von über 280 Großoktavseiten füllen die von Dr. Bieber aus den gesammelten Werken hervorgeholten und chronologisch aneinandergereihten Auslassungen über das Judentum. In besonderen Abschnitten werden die verschiedenen Perioden seines Lebens behandelt: die Jugendjahre (1816—1825), zwischen Taufe und Exil (1825—1831), „Im Exil" (1831—1846), „Aus der Matratzengrust" (1849—1856). Nimmermehr hätte

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